»Bannerman Castle« – New Yorks gefährlichster Ort




New Yorks gefährlichster OrtRund 100 Kilometer von New York entfernt erhebt sich auf einer kleinen Insel im Hudson River etwas Erstaunliches – eine alte Schlossruine. Es ist das »Bannerman Castle« auf Pollepel Island und es war zur damaligen Zeit New Yorks gefährlichster Ort. Man erreicht diesen »Lost Place« ganz bequem von New York aus mit dem Zug der Metro North-Hudson-Line. Es war Wohnort und Lagerstätte des wohl jüngsten Waffenhändlers aller Zeiten. Francis Bannerman startete seine Karriere als Waffenhändler mit 13 Jahren.

Der irische Geschäftsmann muss schon ein ziemlich verschrobener Zeitgenosse gewesen sein. Im Jahre 1901 errichtete er auf Pollepel Island im Hudson River ein Schloss, das vor allem als Lager für sein umfangreiches Waffen- und Munitionsarsenal dienen sollte. Der Bau war eine Mischung aus zwingender Notwendigkeit und persönlichem Größenwahn.

»Bannerman Castle« – New Yorks gefährlichster Ort

Francis Bannerman (der Sechste) wurde am 24. März 1851 in Nordirland  geboren. Die Familie emigrierte 1854 in die USA, wurde schnell heimisch, zog 1858 nach Brooklyn in New York und baute dort ihr Geschäft als Waffenhändler auf. Das Business florierte überraschend gut. Bereits im unglaublich jungen Alter von 13 Jahren war Bannerman bereits ein erfolgreicher Waffenhändler. Man schätzt, dass die Hälfte aller heutzutage in den USA noch existenten Dekorations-Kanonen aus der Zeit aus dem Hause Bannerman stammen.

Nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges kaufte die Familie Bannerman Unmengen an militärischen Gerätschaften auf. Doch die Stunde des Geschäftsmannes Bannerman schlug im Jahre 1898, als der junge Geschäftsmann rund 90 Prozent aller militärischen Dinge aus dem Amerikanisch-Spanischen Krieg (23. April bis 12. August 1898) im Rahmen einer Auktion einkaufte. Nun besaß Bannerman zwar unglaublich viel Kriegsgerät, hatte aber keinen Platz dafür. Seine bisherigen Lagerhallen in New York City kamen nicht in Frage, da er tonnenweise Schwarzpulver lagern wollte und die Stadtverwaltung hier verständlicherweise nicht mitspielte.

Kurzerhand kaufte Bannerman eine kleine Insel im Hudson River mit Namen »Pollepel Island« und errichtete darauf das Bannerman Castle – eine Reminiszenz an seine irische Herkunft. Dort sollte zukünftig sämtliches Kriegsgerät eine neue Heimat finden. Die New York Times schrieb damals, dass Bannerman Castle der gefährlichste Ort im gesamten Bundesstaat New York sei, vor allem ob der Menge an gelagertem Schwarzpulver.

New Yorks gefährlichster Ort
Das Bannerman Castle vom Breakneck Ridge aus gesehen. © Wikimedia Commons/ Ahodges7

Die Katastrophe nimmt ihren Lauf

Zwei Jahre dem Tod Bannerman im Jahre 1920 kam es zur lang befürchteten Tragödie – eine gewaltige Explosion auf Pollepel Island zerstörte das gewaltige Waffenlager. Erstaunlicherweise überlebte die Familie Bannerman und lebte noch einige Jahre in einem kleineren Schloss auf der Insel. Trotz der Explosion machte die Familie weiterhin hervorragende Geschäfte mit Waffen und Zubehör und das bis in die 1970er-Jahre. 1967 verkaufte die Familie Bannerman die Insel an den Staat New York, der daraus ein Naherholungsgebiet machen wollte. Daraus wurde nichts, da eine Feuersbrunst sämtliche Gebäude auf der verfluchten Insel dem Erdboden gleichmachte. Lediglich die Fassade des alten Waffenlager-Schlosses blieb bis heute erhalten.

Wer Interesse hat, kann die Insel heute besuchen. Der »Bannerman Castle Trust« bietet geführte Touren auf die Insel an. Von Touren auf eigene Faust sollte man absehen, da die Ruinen einsturzgefährdet sind und Lebensgefahr besteht.

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