Das irre »Blitzdings« der Russen




BlitzmaschineIn der Kleinstadt Istra vor den Toren Moskaus befindet sich Bauwerk, welches auf der ganzen Welt seines gleichen sucht. Die futuristische »Blitzmaschine« wurde in den 1970er-Jahren erbaut und war viele Jahre ein streng geheimes militärisches Sperrgebiet. Betrieben wurde die merkwürdige Anlage vom russischen »Institut für Elektro-Ingenieurwissenschaften«. Und die Anlage hat es in sich: Sie sollte einmal die gesamte Stromversorgung Russlands ersetzen. Die Sache hatte nur einen gewaltigen Haken!

Istra, rund 50 Kilometer von Moskaus entfernt, ist eine typische russische Kleinstadt mit knapp 35.000 Einwohnern, die am gleichnamigen Fluss liegt. Hier merkt man nichts mehr von der Hektik der nahegelegenen Metropole Moskau. Das leben geht hier noch immer seinen ruhigen sozialistischen Gang. Die größte Sehenswürdigkeit ist das aus dem 17. Jahrhundert stammende orthodoxe Neu-Jerusalemer Auferstehungs-Männerkloster, welches 1656 vom Patriarchen Nikon gegründet wurde. Die eigentliche Sensation Istra´s liegt in einem kleinen Waldstück direkt neben dem Kloster. Es ist ein Gebilde, das wie von einem anderen Stern ausschaut. Erbaut wurde das Wirrwarr aus Spulen, Magneten und nicht weiter identifizierbaren Bauteilen in den 1970er-Jahren vom russischen »Institut für Elektro-Ingenieurwissenschaften«. Lange Jahre war das Areal militärisches Sperrgebiet und hochgeheim.

Ein Tesla-Turm steht im Walde

»Hiermit möchte ich bekanntmachen, dass ich, NIKOLA TESLA, Bürger der Vereinigten Staaten, wohnhaft in Manhatten, New York, gewisse neue und nützliche Verbesserungen eines Apparates erfunden habe, mit dem elektrische Energie versendet werden kann.« Mit diesen unvorstellbaren Worten beginnt Nikola Tesla im Dezember 1914 die Patentschrift für einen Turm zur transatlantischen drahtlosen Stromübertragung. Bis heute sind die Unterlagen zu diesem verheißungsvollen Projekt des Genies Tesla wie vom Erdboden verschwunden. Es ist eines seiner vielen unvollendeten bzw. verschollenen Projekte bzw. Patente.

Blitzmaschine

Sowjetische Wissenschaftler wollten sich wohl in den 1970er-Jahren mit diesem Tatbestand nicht zufriedengeben und bauten eine moderne Version eines Tesla-Turms innerhalb einer Hochspannungs-Forschungseinrichtung. Ein an die Anlage gekoppelter Marx-Generator erreichte in Testläufen unglaubliche Werte, die gleich hoch waren, wie alle russischen Stromerzeugungsanlagen zusammengenommen.

Die Istra-Blitzmaschine

Die Istra-Blitzmaschine ist weltweit einzigartig, besteht aus einer 3-Megawatt-Transformator-Kaskade und einem 9-Megawatt-Impulsspannungsgenerator. Der Aufbau ist knapp 40 Meter hoch und in der Lage einen Kunstblitz mit einer Länge von 150 Metern zu erzeugen. Die Ladekapazität der Anlage ist unglaublich: Ein Marx-Generator erzeugt auf einer isolierten Platte eine Leistung, die allen russischen Kraftwerken inklusive den erneuerbaren Energien entspricht. Der Marx-Generator ist ein sogenannter Impulsgenerator, der 1923 vom deutschen Ingenieur Erwin Otto Marx entwickelt wurde. Der Generator diente vornehmlich zu Prüfzwecken, um die Störfestigkeit von Anlagen oder Maschinen gegenüber elektromagnetischer Strahlung zu überprüfen.

Wie zerstörerisch die Leistung der Blitze ist, kann man sehr gut an dem Wald rund um die Versuchsanlage sehen. Viele Bäume sind hier einfach verbrannt, was an der Unkontrollierbarkeit der künstlich erzeugten Blitze liegt. Läuft der sogenannte Tesla-Turm im aktiven Betrieb, darf sich keine Menschenseele in der Anlage befinden. Die erzeugten elektrischen Ladungen würden unmittelbar zum Tode führen. Auf dem Tesla-Turm befindet sich eine Plattform mit einer massiven Isolierung, auf die der Blitz einschlägt.

Tesla lässt grüßen

Der Tesla-Turm von Istra basiert tatsächlich auf Ideen des Genies Nikola Tesla. Er hatte die Vision mit einer derartigen Anlage Energie drahtlos zu jedem noch so entfernten Punkt auf der Erde zu übertragen. Die bekanntesten Anlagen, die mit Tesla-Technologie arbeiten, sind das umstrittene HAARP, Sura, HIPAS, EISCAT und das Jicamarca Ionospheric Radio Observatory. Alle genannten Tesla-Anlagen arbeiten mit Hochfrequenzen und dienen offiziell der Erforschung der Ionosphäre. Verschwörungstheoretiker glauben jedoch, dass man hier an den oberen Schichten der Atmosphäre »schrauben« möchte, um neuartige Waffen zu entwickeln oder das Wetter zu beeinflussen.

Heutzutage wird die Anlage nur noch selten aktiviert, da die Betriebskosten immens sind. Und warum das Ganze? Man könnte doch vielleicht die Energieprobleme der Welt ein für alle Mal lösen? Tja, die ganze Sache hat einen Haken. Der Energie-Output lässt sich lediglich für einen Zeitraum von 100 Millisekunden aufrechterhalten. Schade!

Na, noch mehr Lust auf Nikola Tesla? Okay, wie wäre es hiermit: »Die verschwundenen Erfindungen des Nikola Tesla«?

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