Den Weltmeeren geht die Puste aus – zunehmende Sauerstoffknappheit

Unsere Weltmeere sind in besonderem Maße von der globalen Klimaerwärmung betroffen. Besonders steigende Temperaturen und ein erhöhter CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre machen diesem gigantischen Lebensraum zu schaffen. Der Meeresspiegel steigt, Ozeanströmungen verändern sich – und der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt. Mit katastrophalen Folgen für große Meeresbewohner und letztlich für uns alle.

Der Sauerstoffgehalt der Ozeane sinkt, und zwar seit Jahren kontinuierlich. Betroffen hiervon ist die Meeresoberfläche als auch die Tiefsee. Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung haben dies nun analysiert und in einer jüngst erschienenen Studie in der Zeitschrift Nature entsprechend belegt.

In dem renommierten Wissenschaftsjournal Nature veröffentlichen die Ozeanographen Dr. Sunke Schmidtko, Dr. Lothar Stramma und Prof. Dr. Martin Visbeck jetzt die bisher umfassendste Studie zum globalen Sauerstoffgehalt in den Weltmeeren. Sie zeigt, dass er in den vergangenen 50 Jahren um mehr als zwei Prozent abgenommen hat. »Da insbesondere große Fische Gebiete mit geringem Sauerstoffgehalt meiden beziehungsweise dort nicht überleben, können diese Veränderungen weitreichende biologische Folgen haben«, sagt Dr. Schmidtko, der Erstautor der Studie.

Laut den Wissenschaftlern könnte der Sauerstoffgehalt um mehr als sieben Prozent sinken. Das ergaben diverse Computersimulatiosmodelle. Am stärksten trifft es dabei den Nordpazifik, mit nicht mehr zu ignorierenden Auswirkungen für Umwelt und Fischerei. Diese macht schon seit einiger Zeit darauf aufmerksam, dass besonders größere und große Fische kaum noch in die Netze gehen. Der Grund ist einleuchtend – vor allem große Fische sind auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen.

Veränderung des in der Wassersäule gelösten Sauerstoffs. © GEOMAR

Der Grund für die Abnahme des Sauerstoffgehalts in den Ozeanen ist das immer wärmer werdende Oberflächenwasser. Warmes Wasser kann im Vergleich zu normal temperiertem Meereswasser weniger Sauerstoff aus der Erdatmosphäre aufnehmen. Zudem ist der Transport des sauerstoffreichen Oberflächenwassers in die Tiefe gestört, da mit abnehmendem Sauerstoffgehalt auch die Umwälzbewegung abnimmt. Eine steigende Oberflächentemperatur des Meerwassers scheint die Sichtung der verschiedenen Wasserschichten zu stabilisieren, was einem gesunden Umwälzverhalten entgegenwirkt.

»Mit Messungen alleine können wir allerdings nicht sämtliche Ursachen erklären«, räumt Koautor Professor Martin Visbeck ein, »auch natürliche Prozesse, die auf Zeitskalen von einigen Jahrzehnten auftreten, könnten an der beobachteten Abnahme mit Schuld sein.« Allerdings, so der Ozeanograph weiter, sei das Ergebnis konsistent mit den meisten Modellrechnungen, die aufgrund höherer Kohlendioxid-Konzentrationen und den damit verbundenen höheren Temperaturen im Ozean und der Atmosphäre eine weitere Abnahme des Sauerstoffs in den Meeren prognostizieren.

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