Die »goldenen Vögel« oder der Schatz von Kayseri




Focke Wulf FW-190Die türkische Millionenstadt Kayseri dürften hierzulande nur wenigen Menschen bekannt sein. Geht es nach dem Historiker Uluhan Hasdal, soll es damit bald vorbei sein. Er ist einem sagenhaften Schatz auf der Spur mit einem umgerechneten Wert von vielen Millionen Euro. Spontan denken Sie bestimmt an Gold, Edelsteine oder andere Dinge. Sie liegen falsch, völlig falsch! Denn was Hasdal ausgraben möchte, ist noch längst nicht so alt, aber dennoch immens viel wert. Leider machte ihm der Militärputsch im Juli 2016 einen mächtigen Strich durch die Rechnung.

Die Freunde historischer Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg sind entzückt bis euphorisch. Sie fiebern mit Ungeduld einem Happening entgegen, das seinesgleichen sucht und in der Historie einmalig scheint. Der türkische Luftfahrthistoriker Uluhan Hasdal möchte einen millionenschweren Schatz heben, der aus 50 deutschen Jagdflugzeugen des Typs Focke Wulf FW-190 besteht.

Rohstoffe gegen Flugzeuge

1941 initiierte der ehemalige Reichskanzler und von Hitler in die Türkei als Botschafter entsandte Franz von Papen einen Handels-Deal zwischen dem Großdeutschen Reich und der Türkei. Hitlers Kriegsmaschinerie benötigte dringend Rohstoffe, wie beispielsweise Eisen- und Chromerz. Die Türkei konnte liefern, wollte aber im Gegenzug 72 Kampfflugzeuge, um eine eigene Luftwaffe aufzubauen. Ein perfekter Handel für Hitler wollte er die Türkei doch enger an Deutschland binden und sie langfristig als Verbündete gewinnen. Der Handel kam zustande. Die Flugzeuge vom Typ Focke Wulf FW-190A3 wurden in Bremen gefertigt, schnellstmöglichst an die Türkei in Einzelteilen ausgeliefert und in Anatolien wieder zusammengesetzt. Der Erstflug fand am 10. Juli 1943 statt.

Focke Wulf FW-190
© National Museum of the U.S. Air Force

Hitlers Plan, die Türkei als Bündnispartner zu gewinnen ging nicht auf. Das Land blieb bis zum Februar 1945 neutral. Erst ab diesem Zeitpunkt erklärte die Türkei dem Dritten Reich den Krieg. Ab da war der Krieg jedoch bereits faktisch vorbei. Die türkische Luftwaffe und die deutschen Jagdflugzeuge sahen sich niemals in Kampfhandlungen verwickelt.

Entweder oder!

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges waren es die USA, welche die Türkei mit kostenloser Waffenhilfe unterstützen wollten. Einzige Bedingung: Die deutschen Jagdflugzeuge sollten unbedingt vernichtet werden. Erst wenn dies geschehen wäre, stünde der Lieferung neuer amerikanischer Flugzeuge nichts mehr im Wege. Innerhalb kürzester Zeit lies das türkische Militär die nagelneuen und unbenutzten Maschinen verschwinden.

»Die USA wollten die Maschinen ohne Bezahlung geben. Aber sie hatten eine Bedingung: Die Zerstörung der deutschen Flugzeuge. 50 Kampfflieger wurden zum Flugplatz Kayseri gebracht und nicht im Inventar mehr aufgelistet. Laut den Dokumenten wurden die Flugzeuge in ölgetränkten Blachen eingemottet und dann mit Erde zugedeckt«, so der Luftfahrthistoriker Uluhan Hasdal, der schon seit mehr als zwanzig Jahren auf der Suche nach den deutschen Jagdflugzeugen ist. Er geht davon aus, dass die Flugzeuge in einem ganz hervorragenden Zustand sind und wieder fliegen könnten. Das wäre eine absolute Sensation.

Es ist zum Haareraufen

Uluhan Hasdal ist frustriert: Der offiziell durch die Türkei genehmigte Versuch die verschwundenen Flugzeuge zu finden begann im Jahre 2015. Und tatsächlich entdeckte Hasdal bereits kurze Zeit später die Flugzeuge in Kayseri. Ein Ausgraben hat die türkische Bürokratie jedoch noch nicht genehmigt. Zudem kamen Hasdal der türkische Militärputsch und diverse Terroranschläge dazwischen. Der türkische Historiker ist ungeduldig, möchte er doch den sehr wertvollen Schatz heben. Sollte der Zustand der Flugzeuge nach der Ausgrabung tatsächlich so hervorragend sein wie vermutet, dann wäre dies eine Sensation. Weltweit gibt es nur noch extrem wenige Maschinen vom Typ Focke Wulf FW-190. Und die wenigsten davon sind dann auch noch flugfähig. Wäre dem so, würden die Maschinen, einen Wert von mehreren Millionen Euro darstellen. Experten gehen davon aus, dass man bis zu drei Millionen Euro für eine gut erhaltene Maschine bekommen könnte. Na dann viel Glück Herr Hasdal.

Na, noch mehr Lust auf Schatzsuche? Wie wär’s denn hiermit:

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