Elektrobusse in China: So geht Elektro-Mobilität! 

In der chinesischen Millionen-Stadt Shenzhen fahren über 16.359 Elektro-Busse




Elektrobusse in ChinaWährend in Deutschland das Thema Elektromobilität zum Rohrkrepierer mutiert und ein paar Elektrotankstellen in den Metropolen Deutschlands schon als Einstieg ins neue E-Mobilitäts-Zeitalter gefeiert werden, schafft China Tatsachen. Shenzhen hat seine gesamte Busflotte – 16.359 Fahrzeuge – auf Elektroantrieb umgestellt. Damit spart die chinesische Millionenmetropole jährlich 1,35 Millionen Tonnen CO2-Emissionen ein. Elektrobusse in China sind ein wichtiger Produktions- und Wirtschaftsfaktor.

Das ist rekordverdächtig: Mit Stand Januar 2018 versehen in der chinesischen 12-Millionen-Stadt Shenzhen 16.359 Elektrobusse ihren emissionsfreien Dienst. Die Elektroflotte verbraucht nach offiziellen Angaben 72,9 Prozent weniger Energie als vergleichsweise Dieselbusse und sparen dadurch das Energieäquivalent von 366.000 Tonnen Kohle ein. Andersherum gesagt: Die Elektrobusse in China ersetzen 345.000 Tonnen Dieselkraftstoff und reduzieren die Kohlendioxidemissionen um 1,35 Millionen Tonnen pro Jahr. Das ist mehr als beachtenswert! Die Projektverantwortlichen äußersten außerdem, dass die Fahrzeuge im Vergleich zu ihren alten »Kollegen« mit Verbrennern sehr viel leichter zu warten wären und auch die Geräuschkulisse in der City massiv gesenkt haben. In Shenzhen gibt es im Moment 510 Busladestationen mit insgesamt 8.000 Ladesäulen, welche die Busse innerhalb von zwei Stunden aufladen.

»Die breite Nutzung von elektrischen Bussen spielt eine bedeutende Rolle bei der Verbesserung der Luftqualität und dem Bau eines schönen Shenzhen«, sagt Lou Heru, seines Zeichens stellvertretender Leiter der Verkehrskommission der Mega-City. Parallel zur Umstellung der Linienbusse auf Elektroantrieb wird ebenfalls die Umstellung das Taxi-Flotte massiv vorangetrieben. Im Moment sind schon 62,5 % aller Taxis in der Stadt elektrifiziert – das sind 12.518 Fahrzeuge. Man hat auch hier sehr ehrgeizige Ziele: Bis spätestens 2020 soll die gesamte Taxi-Flotte auf Elektroantrieb umgestellt sein.

Elektrobusse in China – ein Exportschlager

Das Projekt zur Elektrifizierung der Busflotte begann im Jahre 2010 als man eine Kooperation mit dem chinesischen Bushersteller BYD (»Build Your Dreams« einging. Schon ein Jahr später schickte das Unternehmen die ersten 200 Elektrobusse auf die Straße, und zwar in sämtlichen Variationen wie beispielsweise Doppeldeckerbusse oder Gelenkbusse. Damals hatte die Modelle noch eine geringe Reichweite, bei durchschnittlicher Geschwindigkeit und riesigen Akkus. Viel Platz für Passagiere gab es nicht unbedingt. Doch das änderte sich sukzessive. 2014 kam der Durchbruch: Als weltweit erster Hersteller von Elektrobussen wurden die Fahrzeuge mit 324-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akkus ausgestattet, die den Fahrzeugen eine Reichweite von 250 Kilometern ermöglichten.

Die Elektrobusse in China sind mittlerweile so gut, dass sie mittlerweile zum Exportschlager geworden sind. So lieferte das Unternehmen BYD im Oktober letzten Jahres Elektrobusse nach London und Turin. Mittlerweile hat BYD sogar Tesla als Marktführer und weltweiten größten Hersteller von Elektrofahrzeugen überholt. Man exportiert in mehr als 50 Ländern und 200 Städte.

Elektrobusse in China
BYD kommt mit der Fertigung von Elektrobussen kaum nach. © BYD

Im April 2017 eröffneten die Chinesen ihr erstes Elektrobuswerk außerhalb Chinas, und zwar in Ungarn. Es war eine Art Testschuss. Man investierte gerade einmal 20 Millionen Euro und plant pro Jahr 400 Elektrobusse zu bauen. Im Vergleich zum Mutterwerk in China eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Das chinesische Management setzt auf kleine Produktionsstandorte. So soll eine weitere BYD-Fabrik noch dieses Jahr in Frankreich eröffnet werden, die 200 Busse herstellen kann.

Batterien »Made in Marokko«

Ganz anders als mit den kleinen Produktionseinheiten in Europa möchte man mit einer riesigen Batteriefabrik in Marokko vorgehen. BYD plant, rund 2.500 Menschen zu beschäftigen. Und auch hier sollen neben dem Kerngeschäft des Batteriebaus für die Busse auch noch Elektrobusse, Elektroautos sowie Elektro-LKWs vom Band laufen. Die Produktion startet dieses Jahr.

Gebaut wird in der marokkanischen Hafenstadt Tanger, mit exzellenten Schiffsverbindungen Richtung Europa. Die Stadt am Mittelmeer hat sich in den letzten Jahren zur attraktiven Autoproduktionsmetropole gemausert. »Schuld« daran sind eine Freihandelszone, niedrige Löhne, mäßige Steuern sowie einigermaßen stabile politische Verhältnisse. Der Renault-Ableger Dacia fertigt hier bereits seit einigen Jahren.

Während Daimler im Elektrobussegement mit BYD konkurriert, sind sie in China im Bereich der Elektro-PKWs Partner. Hier bauen beide Unternehmen gemeinsam Elektroautos der Marke »Denza«. Die Karosseriebasis stammt von Daimler und die Batterietechnik von den Chinesen. Kenner befürchten, dass sich ein Konflikt anbahnt. Daimler dürfte wohl kaum erfreut sein, wenn der Partner das europäische Festland mit preiswerten Elektro-Autos aus Marokko flutet.

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