HAARP – Kriegsschauplatz Ionosphäre?




HAARPMitten in der landschaftlich reizvollen Einöde Alaskas, vor den Toren Anchorag´s, steht einer der modernsten Hochenergie-Hochfrequenz-Phasen-Radiosender auf diesem Planeten, der laut offiziellen Angaben zur Erforschung der Ionosphäre der Erde dienen soll. HAARP (High Frequency Active Auroral Research Program) soll die Ionosphäre mit elektromagnetischer Strahlung beschießen, um neue Erkenntnisse im Bereich der Funkwellenausbreitung und GPS-Kommunikation zu gewinnen. Da sowohl die U.S. Air Force als auch die U.S. Navy mit von der Partie sind, beargwöhnen die HAARP-Gegner aber noch etwas ganz anderes: In ihren Augen ist HAARP nichts weiter als eine Testplattform für eine völlig andere Forschung – die Benutzung der Ionosphäre als Waffe. 

Das dreihundert Kilometer östlich von Anchorage in Alaska gelegene Örtchen Gakona liegt inmitten der Wildnis Alaskas und hat für seine Bewohner nicht allzu viel zu bieten – wäre da nicht ein Militärstützpunkt, der Wissenschaftlern und Kritikern Sorgenfalten auf die Stirn zaubert und schlaflose Nächte beschert. Der Militärstützpunkt besteht hauptsächlich aus einem gigantischen Antennenwald, der mehr als 600 sogenannte Kreuzdipole beinhaltet. Zusammen bildet das Antennendickicht einen Hochenergie-Hochfrequenz-Phasen-Radiosender. Dabei handelt es sich im Prinzip um ein umgekehrtes Super-Riesenradioteleskop, das nicht empfängt, sondern im 2,5-10 Megahertz-Bereich sendet. Betrieben wird die Anlage von der University of Alaska, der US Air Force und der US Navy. Offiziell soll das zivile und militärische Forschungsprogramm die obere Atmosphäre der Erde untersuchen, wobei hochfrequente Radiowellen zum Einsatz kommen. Zudem möchte man Funkwellenausbreitung, Kommunikation und Navigation erforschen. Zentraler Bestandteil der HAARP-Anlage  ist ein Hochleistungs-Hochfrequenz(HF)-Radio-Sender (Ionospheric Research Instrument, IRI). IRI dient dazu, ein kleines, definiertes Areal in der Ionosphäre anzuregen. In Fachkreisen nennt man dieses Apparatur auch Heater (Heizer). Des weiteren ist ein wichtiger Teil der Anlage ein Ultrahochfrequenz-Streuradar (incoherent scatter radar, ISR), das Elektronendichten, Elektronen- und Ionentemperaturen und Doppler-Geschwindigkeiten in angeregten und neutralen Regionen der Ionosphäre misst. Zudem wartet die HAARP-Anlage weiterhin mit einer Vielzahl an hochmodernen geophysikalischen Untersuchungsgeräten, wie etwa Magnetometern, optischen und Infrarot-Spektrometern, sowie Kameras auf.

HAARP
Das HAARP-Antennen-Array. © „HAARP20l“ von Michael Kleiman, US Air Force – http://science.dodlive.mil/2010/02/23/haarps-antenna-array-the-kitchen-in-the-sky/

Die einzig militärische Aufgabe des HAARP-Projektes, so hieß es stets von offizieller Seite, sollte lediglich eine Verbesserung der Kommunikation mit getauchten amerikanischen Atom-U-Booten sein, was bis dato immer ein Problem war. Für einen wechselseitigen Informationsaustausch zwischen dem Oberkommando und ein einem U-Boot muss sich dieses bisher immer an der Wasseroberfläche befinden, was es für Feinde angreifbar und erkennbar macht. HAARP in Verbindung mit so genannten ELF-Wellen soll dieses strategische Manko beseitigen. Ausgesandte ELF-Wellen (ELF steht für »Extremely Low Frequency«) – das sind elektromagnetische Wellen mit einer extrem geringen Frequenz von 3 bis 30 Hz und einer Wellenlänge von bis zu 100.000 Kilometern – sollen in der Ionosphäre gebrochen und weiter Richtung Zielobjekt reflektiert werden. Und hier kommt HAARP ins Spiel: HAARP-IRI, also der Heater, heizt ein kleines Areal in der Ionosphäre auf und schafft somit ein elektrisch geladenes Feld, welcher in der Funktion einem reflektierenden Spiegel gleichkommt. Dieser Spiegel bzw. das gezielt angeheizte Areal der Ionosphäre erzeugt extrem niedrige ELF-Wellen, die als Träger für den Funkverkehr dienen. Da diese ELF-Wellen den Erdboden und die Ozeane durchdringen können, sind sie für eine Kommunikation mit einem getauchten U-Booten – auch in sehr großer Tiefe – hervorragend geeignet. Neben der Verbesserung der U-Boot-Kommunikation bietet HAARP weiteres immenses militärisches Potential – auch wenn dies immer wieder von den Projektverantwortlichen bestritten wird.

Doch was macht HAARP eigentlich so gefährlich für die Ionosphäre unseres Planeten? Einfach gesprochen ist es die abgestrahlte Leistung und wie diese Leistung fokussiert wird. Im Jahr 1995 strahlte der HAARP-Heater mit der vergleichsweise geringen Leistung von ungefähr einem Megawatt. Im Jahr 1996 gab es bereits eine Ausgangsleistung von 10 Milliarden Watt. Mittlerweile dürfte die Ausgangsleistung bei 100 Milliarden Watt liegen. Nur der HAARP-Heater ist in der Lage diese Leistung exakt auf einen ganz bestimmten Punkt in der Ionosphäre zu richten – und das ohne Streuverluste. Und HAARP kann noch mehr: Nach der punktuellen Erhitzung kann HAARP einen Teil der Ionosphäre heraustrennen und die erhitzte, herausgetrennte Fläche kippen. Was die für Folgen hat, wenn die Schutzschicht zwischen Erde und Weltall sukzessive zerstört wird, dürfte wohl auf der Hand liegen. Beweise für diese Art der Ionosphären-Manipulation gibt es nicht, es sind allerdings immer wieder Wissenschaftler, die auf die Möglichkeiten dieser Art der Nutzung hinweisen und massiv dagegen Sturm laufen!

HAARP bietet gigantisches militärisches Potential

Seit der Realisierungsphase und Aufnahme des Testbetriebes im Jahre 1993 laufen Wissenschaftler Sturm gegen das HAARP-Projekt. Sie befürchten eine unkontrollierte Erhitzung und daraus resultierenden radikalen Veränderungen der oberen Atmosphärenschichten. Die Folgen hierbei wären nicht abzusehen. Was den Gegnern jedoch wirklich Angst macht ist die Tatsache, dass HAARP als Waffe mit vielerlei Einsatzmöglichkeiten und katastrophalen Folgen für die Menschen und Natur auf diesen Planeten eingesetzt werden könnte. Die aktuelle Ausbaustufe HAARPs bereitet den skeptischen Wissenschaftlern zwar weniger Sorgen, in ihren Augen jedoch steht es außer Frage, dass HAARP zu einer experimentellen Waffe ausgebaut werden kann.

Basis für die Skepsis sind Aussagen des amerikanischen Physikers Bernard Eastlund, der maßgeblich an der Entwicklung und Realisierung von HAARP in den 1980er Jahren beteiligt war. Er schlug vor, Radiowellen von hoher Frequenz zu benutzen, um eine große Menge an Energie in die Ionosphäre zu strahlen. Die hätte seiner Ansicht zur Folge, dass in der Ionosphäre Elektronen und Ionen mit zusätzlicher Energie angereichert werden würden, um feindliche Satellitenkommunikation und nahende Interkontinentalraketen zu zerstören. Das US-Militär fand diese Idee sehr interessant, bot sie doch eine Alternative zum Laserbasierten »Strategic Defense Initiative« (SDI)-Projekt, das feindliche Raketen mittels Laser zerstören wollte. Opfer wurde diese Idee jedoch dank eines schrumpfenden Militärbudgets. Doch so ganz ist diese Idee noch nicht vom Tisch: HAARP bietet die Möglichkeit eines völlig neuartigen Überhorizont-Radars. Mit dessen Hilfe könnte man herannahende Objekte bereits hinter dem Horizont erkennen. An und für sich für sich gesehen erst einmal relativ unspektakulär. Interessant ist jedoch eine weitere Verwendung von HAARP. Durch eine gezielte Erhöhung der ausgestrahlten Energie wäre es möglich um anfliegende Objekte herum ein Energiefeld zu etablieren. Dieses Energiefeld könnte die Konsistenz des Flugkörpers untersuchen, um beispielsweise eine nukleare Ladung aufzuspüren. Zudem wäre es möglich mit Hilfe des Energiefeldes Störungen im Bordcomputer hervorrufen, die zu Fehlfunktionen und schließlich zum Absturz führen.

Neben der Zerstörung feindlicher Flugkörper mittels HAARP steht das Projekt wegen einer anderen gefährlichen Eigenschaft in der Kritik – es soll in der Lage sein, dass Wetter zu manipulieren. Das Wetter steht schon seit längerem im Fokus der Militärs, die es gern als Waffe zu ihren Gunsten einsetzen würden. Wer das Wetter kontrolliert hat die Macht, ganze Volkswirtschaften mit extremen Regengüssen und Tornados zusammenbrechen zu lassen, Ernten mit katastrophalen Dürren zu zerstören, Erdbeben und Tsunamis auszulösen und potentielle Kriegspartner mit diesen Wetterkatastrophen zu vernichten. Doch wie soll HAARP in der Lage sein, diese schrecklichen Wettermanipulationen auszulösen? Es sind wieder einmal die ELF-Wellen! ELF-Wellen sind in der Lage rund um den Globus riesige, stehende Wellenpakete zu bilden, die über einen längeren Zeitraum stationär gehalten werden können. Auf diese Weise können Hoch- und Tiefdruckgebiete über sehr lange Zeit quasi an einem festen Ort „eingesperrt“ werden und in einem Land verheerende Überschwemmungen oder Dürrekatastrophen auslösen. Bewiesen bzw. durchgeführt hat dies noch zwar noch niemand, die theoretischen Grundlagen jedoch sind relativ eindeutig. Die ungeheure Gefahr der Wettermanipulation wurde schon frühzeitig erkannt: Schon vor über dreißig Jahren, genauer gesagt am 18. Mai 1977, ratifizierte die UNO eine Konvention über das Verbot des »militärisch oder anderweitig feindlich gesinnten Einsatzes von Umwelt-Modifikationen«. Im Jahre 1978 trat dann das als ENMOD-Konvention bekannt gewordenen Papier in Kraft – unter anderem unterzeichnet von der damaligen Sowjetunion und der USA. Leider hindert diese Konvention die Verteidigungsstrategen der Länder nicht daran, mit Wettermanipulationen zu experimentieren. Es war im Jahre 2006, als dem US-Parlament ganz unerwartet ein Gesetzesantrag vorgelegt wurde, welcher der experimentellen Wettermanipulation eine legale Grundlage verschaffen sollte. Glücklicherweise wurde er abgelehnt!

Lust auf mehr Wissenschaft, Technik und Geschichte im Krimi- und Thriller-Format? Dann werfen Sie doch einen Blick auf Meine Thriller oder Über mich, den Thriller-Autor.




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*