Isetta goes electric – der »Microlino«

Microlino BMW IsettaDer Microlino soll den urbanen Verkehr revolutionieren. Mit zwei Sitzplätzen, 450 kg Leergewicht, 100 km Reichweite und einer Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h ist der niedliche Elektroflitzer gemacht für ein neues Zeitalter der Mobilität. Durch die geringe Grösse werden 40 % weniger Teile verbraucht. Zudem sollen vorwiegend erneuerbare Materialien zur Anwendung kommen.

Im Innenraum ist das Smartphone das zentrale Gadget, über welches man Navigation, Ladestatus und Musik steuern kann. Zudem gibt es keine ein- gebauten Lautsprecher, sondern portable Bluetooth Boxen, welche bei Bedarf auch ausserhalb des Fahrzeugs verwendet werden können. Der Verkaufspreis liegt zwischen 11.000 und 13.000 Euro, womit eine riesige Zielkundschaft angesprochen werden kann.

Microlino BMW Isetta
Der Microlino lehnt sich in Sachen Design stark an die BMW Isetta an. © Microlino

Der Microlino kann an jeder herkömmlichen Haushaltssteckdose in nur vier Stunden aufgeladen werden. Im Schnitt sitzen lediglich 1.2 Personen in einem Auto für eine Distanz von täglich nur 35 Kilometern. Der Microlino ist darauf ausgerichtet, ideal für genau diese Alltagsdistanzen zu sein, sei es zur Arbeit oder zum Einkaufen.

Zusammenarbeit mit Bosch und Tazzari

Der Microlino wurde von Bosch als einer der ersten Partner für ihre Strategie der Leicht- elektromobilität gewählt. «Wir sind überzeugt, dass der Microlino die Leute zum Umdenken bewegen und in urbanen Gebieten Leichtelektrofahrzeuge salonfähig machen kann.
Dass ein grosses Unternehmen wie Bosch Interesse an Leichtelektrofahrzeugen hat, zeigt, wie gross das Potential dieser Fahrzeugklasse ist», sagt Wim Ouboter, Gründer von Microlino. Bosch wird zwei modifizierte 7.5 kW Motoren verbauen, welche bereits bei elektrischen Motorrädern verwendet werden. Dadurch können trotz der hohen Leistungsfähigkeit die Kosten tief gehalten werden, was bei Leichtelektrofahrzeugen von grosser Bedeutung ist. Zudem ist die Betreuung von Microlino Kunden durch die Bosch Servicestationen in Zukunft geplant.

Die Produktion und Entwicklung des Chassis wurde in Zusammenarbeit mit dem Joint- Venture Partner Tazzari gemacht. Tazzari hat mit seinem Tazzari ZERO bereits seit knapp 10 Jahren ein funktionierendes Leichtelektrofahrzeug auf dem Markt und einige Tausend Stück davon verkauft.

Die Produktion des Microlino startet in den letzten Monaten von 2017.

Die Marke hinter dem Microlino

1999 formte Wim Ouboter die Idee der urbanen Mobilität, als er den Microscooter und das Kickboard entwickelt hat. »Ich wollte Produkte kreieren, die Spass machen und praktisch sind«, erinnert er sich. Seine Idee wurde ein riesiger Erfolg und Micro Mobility Systems ist nun eine führende Marke in Produkten für die letzte Meile.

Geburt der Idee

»Ich erinnere mich, wie ich zusammen mit meinem Vater und meinem Bruder einen Beitrag über eine elektrifizierte ISO Rivolta gesehen habe. Wir wussten sofort, dass diese Kabinenroller aus den 50ern perfekt für die Mobilität in Städten wäre«, sagt Merlin, Wim Ouboters jüngerer Sohn. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule ZHAW und Designwerk wurden mehrere Designstudien etworfen, um dieses alte Konzept in ein Fahrzeug der Zukunft zu verwandeln. Für Testzwecke wurde eine alte Isetta elektrifiziert (die deutsche Version dieser Kabinenroller), um die Resultate zu analysieren und das Gefühl für ein solch kleines Auto zu bekommen. »Wir wussten sofort, dass dies etwas Grosses werden könnte. Also machten wir den Entscheid einen ersten richtigen Prototypen von unserem Microlino zu bauen«, erklärt Oliver Ouboter.

Erster Prototyp

Das Microlino Team entschied nach China zu gehen, um dort den ersten Prototyp zu bauen, was zwischen August 2015 und Januar 2016 getan wurde. »Unser Ansatz war es, einen ersten funktionierenden Prototypen zu bauen so schnell wie möglich, statt einfach dutzende von Renderings und Modellen«, sagt Pascal Studerus, der erste Microlino Mitarbeiter. Der erste Prototyp wurde zum ersten Mal am Genfer Autosalon vorgestellt. Insgesamt generierte dies über 200 Millionen Medienkontakte und mehr als 500 Bestellungen gingen innerhalb einer Woche ein. Seit Februar 2016 gingen mehr als 2600 Bestellungen ein.

Made in Italy

Der nächste Schritt bestand darin, einen erfahrenen Partner in der Entwicklung und Produktion des Fahrzeugs zu finden. Das Microlino Team schloss sich mit Tazzari zusammen, einem italienischen Elektrofahrzeug Hersteller mit zehn Jahren Erfahrung. »Das Joint Ventura mit Tazzari hat dieses Projekt auf ein neues Level gebracht. Während Tazzari sich auf die technischen Aspekte fokussiert, sind wir verantwortlich für Design, Marketing und Distribution des Microlino«, sagt Wim Ouboter. Seit April 2016 entwickelt Tazzari die nächsten Prototypen, welche so nah wie möglich an der Serienproduktion sein sollten. Die Produktion wird Anfang 2018 in der Fabrik von Tazzari im Herzen des Motor Valley in Italien starten.

Microlino überall auf der Welt

Der Fokus wird vorerst auf dem europäischen Markt liegen, andere Märkte werden aber bald folgen. Dies soll erreicht werden, indem Lizenzen an Hersteller ausserhalb von Europa vergeben werden und somit die Produktion und Distirbution in den jeweiligen Ländern organisiert werden kann. Momentan ist das Microlino Team auf der Suche nach Partnern ausserhalb von Europa und wird ihnen helfen, die Produktion für den Microlino zu starten. Dieses Lizenzsystem ermöglicht die Schaffung von lokalen Arbeitsplätzen, vermeidet hohe Importzölle (z.B Brasilien) und reduziert CO2-Emissionen, da die Transportwege kürzer werden.

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