Kein gutes Jahr für Spinnen-Phobiker – die bissige Hauswinkelspinne

Hauswinkelspinne2017 war und ist ein ganz hervorragendes Jahr für Spinnen im Allgemeinen und für die Hauswinkelspinne im speziellen. Spinnen lieben dunkle und ruhige Ecken, wie etwa Schuppen, Scheunen, Holzstapel im Garten oder den Keller. Und die meisten Spinnen bevorzugen ein feuchtwarmes Klima. Das hatten wir dieses Jahr mehr als genug. Haben sich deshalb die Arachnoiden stark vermehrt? Fühlt sich die Hauswinkelspinne bedroht, beißt sie zu. Also Achtung, wenn Sie mal wieder einen ungebetenen Gast aus der Wohnung befördern möchten!

Okay, okay, dass mit dem »Beißen« ist vielleicht etwas zu reißerisch formuliert. Dennoch: Mit einer Beinspannweite von bis zu zehn Zentimetern sieht die Hauswinkelspinne schon sehr beeindruckend aus. Zudem ist die Spinne sehr schnell und dem Menschen gegenüber nicht gerade scheu. Fühlt sie sich bedroht, flüchtete sie nicht – sie geht auf Konfrontationskurs und beißt mitunter zu. Und der Biss ist schmerzhaft, aber bei weitem nicht gefährlich. Man kann den Biss etwa mit einem Nadelstich vergleichen. Es wird allerdings kein für den Menschen gefährliches Gift injiziert.

Hauswinkelspinne
Die Hauswinkelspinne. ©Wikimedia Commons/ Dennis Schubert

Und hat sich nun die Hauswinkelspinne dieses Jahr stark vermehrt? Müssen wir sogar von einer Spinnenplage sprechen? Nein! Dem Menschen fällt diese Spinne lediglich wegen ihrer Größe auf. Und jetzt im Spätsommer gehen die Männchen auf Wanderschaft, um ein passendes Weibchen zu finden. Dabei machen sie natürlich auch nicht vor unseren Wohnungen und Häusern halt. Das ist der Hauptgrund, warum sie scheinbar häufiger werden. Dabei sind jedoch ländliche Gebiete eher bevorzugt, als urbane Umgebungen. Und bei ihrer Suche nach dem passenden Weibchen landen die Spinnen nun einmal auch gerne in Waschbecken und Badewannen, aus denen sie keine Chance haben zu fliehen.

Und dann? Was tun? Auf gar keinen Fall sollten sie die Spinne töten. Spinnen sind ein wertvoller Bestandteil unseres Ökosystems. Also, nehmen Sie ein Glas, stülpen Sie es über die Spinne, schieben sie ein Blatt Papier unter die Glasöffnung und befördern Sie das Tier nach draußen.

Gibt es eigentlich giftige Spinnenarten in Deutschland? Ja, die gibt es – Beispiel Wasserspinne: Deren Biss sorgt beim Menschen für Übelkeit, Schwellungen und sogar leichtem Fieber. Aber keine Angst, die Spinne hält sich nicht in Wohnungen oder Häusern auf. Ihr bevorzugtes Jagdgebiet sind Gewässer. Die Wasserspinne trifft man in Deutschland vor allem in der Region Odenwald-Rheinhessen und am Kaiserstuhl an.

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