Das Gramm für 150 Millionen Euro

Das teuerste Material der Welt




das teuerste Material der WeltVergessen Sie Gold, Platin, Kaviar, Diamanten, Tritium oder Californium 252 – alles Schnäppchen im Vergleich zu dem, was neulich den Besitzer für sagenhafte 30.318 Euro pro 200 Mikrogramm gewechselt hat. Die Rede ist von N@C60. Das Gramm kostet damit rund 150 Millionen Euro und ist das teuerste Material der Welt. Nur Antimaterie ist noch teurer. Theoretisch kostet da das Gramm bis zu 800 Millionen Dollar, wenn man es »produzieren« könnte. Doch was steckt hinter N@C60 und was macht es so teuer?

Der Verkauf sorgte letztes Jahr in der Wissenschaftsgemeinde für Aufsehen. Da wechselte ein Material seinen Besitzer, welches seinesgleichen sucht. Es war das teuerste Material der Welt. Die Rede ist von einem High-Tech-Stoff mit der kryptischen Bezeichnung »N@C60«. Hersteller dieses teuersten Stoffes auf unserem Erdball ist »Designer Carbon Materials« – ein Start-up-Unternehmen der Universität Oxford. Hier entwickelt man das begehrte Material, das aus endohedralen Komplexen besteht. Bekannt sind derartige Stoffe auch als »Fullerene« – sphärische Moleküle mit hoher Symmetrie, in deren Hohlräume ein Atom oder ein Cluster eingesetzt wurde. Meist handelt es sich dabei um ein Stickstoff-Atom. Man bezeichnet das Fulleren-Molekül aufgrund seiner Struktur auch als Fußballmolekül oder auch als Buckminster-Fulleren zu Ehren des Architekten Richard Buckminster Fuller. Warum der Fußballvergleich? Die Frage beantwortet sich ziemlich rasch, betrachtet man das Molekül mit seinem kugelförmigen Käfig – es gleicht in Perfektion der Form eines Fußballs.  

das teuerste Material der Welt
Ein Modell von N@C60. © Designer Carbon Materials

Gekauft hat das teuerste Material der Welt ein Konsortium aus britischen und amerikanischen Wissenschaftlern, die N@C60 benötigen, um einen Durchbruch bei der Produktion von Atomuhren zu erreichen. Ihr Ziel ist eine Atomuhr, die so kleine soll, dass sie in ein Smartphone passen soll. Das soll laut Aussagen der Wissenschaftler die nächste Revolution im Bereich der Mobiltelefone werden. Bis es jedoch irgendwann einmal so weit ist, dürften noch Jahre, wenn nicht sogar viele Jahrzehnte ins Land ziehen. Und fraglich ist auch, ob ein Smartphone überhaupt einen so genauen Zeitmesser benötigt. Ein anderes Anwendungsgebiet für den Luxus-Stoff scheint da schon sehr viel realitätsbezogener. Selbstfahrende Autos mit einem GPS auf Fulleren-Basis kann man sehr viel exakter kontrollieren. Die GPS-Genauigkeit könnte auf Basis einer Mini-Atomuhr aus dem Meter-Bereich in den Millimeter-Bereich wandern.

Das teuerste Material der Welt

Die Produktion des Materials ist extrem aufwendig. Pro Tag können die Materialforscher von Designer Carbon Materials nur ein halbes Gramm pro Tag produzieren. Dabei handelt es sich allerdings um einen Stoff mit geringerer Materialreinheit. In der Praxis heißt das, dass die Komplexe nicht alle ein Stickstoffatom beherbergen. Es gibt diverse leere Molekülkäfige. Möchte man ein absolut reines Material haben, so dauert die Produktion von nur 50 Milligramm viele Wochen respektive Monate. Derzeit ist das britische Unternehmen weltweit das Einzige, das N@C60 kommerziell produziert. Auch ein Grund, weshalb der Preis bis auf weiteres höher bleiben wird – das verfügbare Angebot ist knapp und die Nachfrage groß.

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