Tausende Lecks an Fracking-Standorten in den USA

Das Fracking nicht der Weisheit letzter Schluss ist, sollte mittlerweile auch dem letzten Befürworter dieser Technologie bekannt sein. Doch was nun eine Untersuchung von Lauren Patterson und ihren Kollegen von der Duke University ans Tageslicht gefördert haben ist mehr als besorgniserregend: Im Rahmen einer Studie werteten sie alle in den letzten zehn Jahren gemeldeten Austritte der 30.000 Frackingstandorte in den vier US-Bundesstaaten Colorado, North Dakota, Pennsylvania und New Mexico aus. Das Ergebnis: Mehr als 6.600 Leckagen und Austritte unterschiedlicher Größe!

Fracking ist weltweit hochumstritten und steht in der Kritik von Umweltschützern sowie diversen Umweltschutzorganisationen. Luftmessungen an Frackingstandorten zeigen besorgniserregende Werte – und das ist lediglich die Spitze des Eisberges. Die Frackingflüssigkeit, die in das unterirdische Gestein gepumpt wird, ist hochgiftig und bedroht die Unversehrtheit des Grundwassers an fast allen Standorten. Von der Destabilisierung des Untergrundes einmal völlig abgesehen.

Fracking
Fracking-Anlage in Warren Center, PA, USA. © Jon Ostroff by Wikimedia Commons

Lauren Patterson und ihre Kollegen von der Duke University haben nun erstmals ermittelt, wieviele Lecks und Austritte von Öl, Frackingfluiden und anderen Chemikalien in den letzten zehn Jahren an 30.000 Standorten in den Bundesstaaten Colorado, North Dakota, Pennsylvania und New Mexico stattgefunden haben . Das Ergebnis der Studie ist erschreckend: Es gab mehr als 6.600 Leckagen und Austritte unterschiedlicher Größe und Intensität! Zwischen zwei und 16 Prozent der Fracking-Anlagen haben mindestens einmal umweltschädliche Flüssigkeiten in die Umwelt freigesetzt. Und, die Dunkelziffer liegt weit höher. Denn: Jene Vorschriften, ab welcher Leckgröße eine Meldung vollzogen werden muss, sind in allen Bundesstaaten der USA sehr unterschiedlich. Kleinere Lecks fallen schlichtweg durchs Raster.

Schwachstelle Tanks und Pipelines

Wie die Auswertung der Wissenschaftler weiterhin ergab liegt der Austritt meist nicht im Rahmen der Gas- und Ölförderung begründet, sondern vielmehr im Bereich undichter Speichertanks und Lecks diverser Pipelines. Dabei versagt meist nicht unbedingt das Material bzw. die Technologie, sondern der Mensch. Und bei mehr als 4.000 Fällen ist eine genaue Ursache nicht mehr zu bestimmen.

Patterson stellte fest, dass die Gefahr für eine Leckage einer Fracking-Anlage in den ersten drei Jahren am höchsten ist. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache begründet, dass die Fördermenge in diesem Zeitraum höchsten ist und somit die Anlage an ihre Grenzen getrieben wird. 

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