100 Jahre: Der Spartakusaufstand in Deutschland 1919




Vor genau 100 Jahren, am 5. Januar 1919, fand in Berlin der Spartakusaufstand statt. Nachdem mit der Novemberrevolution 1918 in Deutschland die Monarchie abgeschafft wurde, machte sich vor allem die SPD daran, die junge Republik in eine parlamentarische Demokratie zu führen. Sehr zum Unmut nicht nur der Monarchisten, sondern auch der Linken, und der zum Jahreswechsel gegründeten KPD, der die Revolution nicht weit genug gegangen war. Am 5. Januar kommt es in Berlin erneut zu massiven Unruhen. Der Spartakusaufstand nahm seinen Gang – Hunderte Aufständische wurden in Säuberungsaktionen erschossen. 100 Jahre: Der Spartakusaufstand in Deutschland 1919.

100 Jahre: Der Spartakusaufstand in Deutschland 1919

In der Zeit vom 5. bis 15.01.1919 fand in Berlin der sogenannte Spartakusaufstand statt. Massendemonstrationen, ein Generalstreik sowie bürgerkriegsähnliche Straßenkämpfe mündeten schließlich in diesem Aufstand. Die Aufständischen wandten sich gegen den Rat der Volksbeauftragten und gegen die provisorische Regierung unter Führung der MSPD und ihrem Vorsitzenden Friedrich Ebert. Der Aufstand wurde vor allem durch den Spartakusbund getragen, der ursprünglich innerhalb der MSPD angesiedelt war. Im Spartakusbund vereint war vor allem die äußerst linken Kräfte der Sozialdemokraten, die sich schließlich 1917 mit der Forderung nah einer radikalen sozialistischen Republik der USPD anschloss. Die SPD spaltete sich bereits 1916 in zwei Parteien. Der Grund dafür waren interne Meinungsverschiedenheiten über die Bewilligung von Krediten für den Ersten Weltkrieg. Die sich abgespaltene USPD lehnte diese Kriegskredite vehement ab und etablierte sich seit 1916 als eigenständige politische Partei. Um sich von der USPD abzugrenzen, wurde die restliche Sozialdemokratie als MSPD bezeichnet. Doch auch in der USPD fühlte sich der Spartakusbund nicht sonderlich gut aufgehoben. Schließlich gründete man zum Jahreswechsel 1918/19 mit anderen linken Gruppen zusammen die »Kommunistische Partei Deutschlands« (KPD). Zu den Parteivorsitzenden der neuen Partei wurden die Politiker Karl Liebknecht (*1871, †1919) und Rosa Luxemburg (*1870, †1919) gewählt.

100 Jahre: Der Spartakusaufstand in Deutschland 1919

Den Spartakisten und KPD ging die Revolution in Deutschland nicht weit genug. Sie wollten die Wahl zur Weimarer Nationalversammlung verhindern. Die provisorische Regierung unter Führung der SPD in persona Friedrich Ebert verbündete sich mit der Obersten Heeresleitung und ließ den Aufstand mithilfe von Freikorps blutig niederschlagen. Ausgerechnet jene Freikorps, die sich nichts sehnlichster wünschten, als die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland. Freikorps waren irreguläre militärische Verbände und politisch bürgerlich-rechtsradikal verortet. Und diese Freikorps schlugen den Aufstand der Linken mit unerbittlicher Härte nieder. Die Folgen sind fatal: Hunderte Aufständische werden in Säuberungsaktionen kurzerhand standrechtlich erschossen. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden von den Freikorps kurzerhand verhaftet, da man sie als mutmaßliche Rädelsführer ansah. Dies geschah am 15. Januar 1919. Noch in derselben Nacht wurden die beiden linken Politiker von Offizieren des Freikorps ermordet.

100 Jahre: Der Spartakusaufstand in Deutschland 1919
Die Beisetzung von Rosa Luxemburg am 13. Juni 1919. Riesige Kranzspenden am Anfang des Trauerzuges. © Bundesarchiv, Bild 146-1976-067-25A / CC-BY-SA 3.0

Die politischen Morde an den Anführern des Spartakusbundes lösten in ganz Deutschland bürgerkriegsähnliche Unruhen aus. Mit der Niederschlagung des Spartakusaufstands und den anschließenden Unruhen endete die Novemberrevolution 1918/19. Dass sich die SPD mit den Freikorps verbündet hatte, um des linken Aufstandes Herr zu werden, war für viele Arbeiter einfach unfassbar. Sie wandten der SPD den Rücken und wurden zu Feinden der Republik. Es kam zum Bruch der Sozialdemokratie in Deutschland.

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