Beginn des Atomzeitalters: Otto Hahn entdeckt Kernspaltung




Diesen Monat jährt sich der Beginn des Atomzeitalters zum 80-sten Mal. Am 19. Dezember 1938 schuf der deutsche Chemiker Otto Hahn die Grundlagen zur Nutzung der Atomenergie. Als erstem Forscher überhaupt gelingt es Hahn eine Kernspaltung (des Urans) zu erkennen und diese nachzuweisen. Beginn des Atomzeitalters: Otto Hahn entdeckt Kernspaltung.

Beginn des Atomzeitalters: Otto Hahn entdeckt Kernspaltung

Im Dezember des Jahres 1938 gelingt Otto Hahn und seinem Kollegen Fritz Straßmann auf einem einfachen Experimentiertisch, der heute übrigens noch im Deutschen Museum in München zu sehen ist, einen Urankern zu spalten. Die Entdeckung der Kernspaltung am 19. Dezember 1938 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin zählt zu den bedeutendsten und folgenreichsten Ereignissen in der Geschichte der Naturwissenschaften bzw. Menschheit.

Beginn des Atomzeitalters: Otto Hahn entdeckt Kernspaltung

Ausgangspunkt für Hahns Ergebnisse waren die Versuche von Enrico Fermi. Der bestrahlte bereits 1934 Uran mit Neutronen. Bis zum Jahre 1938 versuchten Hahn, Meitner und Straßmann, die beobachteten Ergebnisse Fermis aufzuklären bzw. zu interpretieren. Zunächst vermuteten die Wissenschaftler, dass bei den Bestrahlungen schwerere Elemente als Uran (sogenannte Transurane) entstehen. Schließlich kam man jedoch zu der Schlussfolgerung, dass es sich bei den beobachteten Reaktionsprodukten um in der Natur nicht vorkommende radioaktive Bariumisotope handelte. Hahn, Straßmann und Meitner standen vor einem Rätsel, da die bisherige wissenschaftliche Meinung besagte, dass Atomkerne nicht teilbar wären. Fakt war jedoch, dass es bei den Versuchen offenbar zu einem »Zerplatzen« des Atomkerns kam. Ein Widerspruch zu den bisherigen physikalischen Modellen eines »unteilbaren« Atoms stand.

Ein denkwürdiges Ereignis

Tatsächlich hatte Hahn experimentell nachgewiesen, dass der Kern des Uran-Atoms in zwei Kerne (Barium und Krypton) zerlegt werden kann. Der Neutronenüberschuss dieser Reaktion beinhaltete die Möglichkeit einer Kettenreaktion und damit der prak- tisch-technischen Nutzung der Atomenergie. Das Atomzeitalter war geboren. Lise Meitner, die aufgrund ihrer jüdischen Abstimmung 1938 das nationalsozialistische Deutschland verlassen musste (übrigens mit Hahns Hilfe), forschte in Schweden weiter. Hahn informierte die befreundete Wissenschaftlerin stets weiter. Sie arbeitete bereits 1939 zusammen mit ihrem Neffen Otto Frisch kernphysikalische Deutung der Hahn-Straßmann‘schen Ergebnisse aus. Die Ergebnisse veröffentlichten die beiden im Februar 1939 in der englischen Zeitschrift Nature. Das Modell von Meitner und Frisch beschrieb den Urankern als elektrisch geladenen Flüssigkeitstropfen, der durch das Einfangen des Neutrons so in Schwingungen versetzt wurde, dass er sich in zwei annähernd gleich große Fragmente teilte, wobei eine hohe Energie freigesetzt wurde. Frisch gab diesem bisher unbekannten Kernreaktionstyp den Namen »nuclear fission« (Kernspaltung). Die Bezeichnung setzte sich schnell weltweit durch. 1944 erhält Hahn den Chemie-Nobelpreis für »die Entdeckung der Spaltung schwerer (Uran-)Atomkerne als Grundlage für die spätere friedliche und militärische Nutzung der Nuklearenergie«.

Das könnte Sie auch interessieren:

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann teilen Sie diesen doch mit Ihren Freunden. Sie haben Anregungen zum Thema? Wunderbar! Dann nichts wie los und kommentieren Sie, was das Zeug hält!

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Nein? Na dann nichts wie los. Als Abonnement unseres Newsletters erhalten Sie am Ende des laufenden Monats eine kompakte Übersicht der aktuellen Top-Geschichten auf »LAMUNDUS – das Online-Magazin«. Kostenfrei, schnell und zuverlässig. Hier klicken, um sich für den LAMUNDUS-Newsletter anzumelden.




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.