Candida auris: »Killerpilz« breitet sich in Deutschland aus




Candida auris ist ein hoch ansteckender und sehr aggressiver Hautpilz, der unter Umständen tödlich sein kann. In den vergangenen Monaten sind die Infektionszahlen und die damit verbundenen Krankheitsfällen in den USA, Großbritannien und Indien sprunghaft angestiegen. Und auch hier in Deutschland ist ein markanter Anstieg der Infektionen mit dem gefährlichen Hefepilz Candida auris zu verzeichnen. Candida auris: »Killerpilz« breitet sich in Deutschland aus.

Candida auris: »Killerpilz« breitet sich in Deutschland aus

Weltweit gibt es mittlerweile 800 registrierte Fälle, wobei die Dunkelziffer erheblich höher liegen dürfte, da ein Nachweis des Pilzes derzeit noch relativ schwierig ist. In den USA erfassten die staatlichen Gesundheitsbehörden bis Mai 2017 insgesamt 77 Fälle. Candida auris machte zuletzt in Europa von sich Reden, als 2015/2016 eine Epidemie mit 50 Fällen in einem Londoner Krankenhaus ausbrach. Bei uns in Deutschland gab es bisher keinerlei Epidemie. Laut »Nationalem Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen« (NRZMyk) verzeichnete man bislang lediglich fünf Einzelfälle.

Candida auris: »Killerpilz« breitet sich in Deutschland aus

Candida auris ist ein besonders aggressiver Hefepilz, der mit herkömmlichen Labormethoden nur sehr schwer nachzuweisen bzw. zu identifizieren ist. Was den Hautpilz so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass er resistent gegen fast alle Mittel ist, die landläufig zur Behandlung von Pilzinfektionen herangezogen werden. Der Pilz wird deswegen als hochaggressiv eingestuft, da er sich sehr schnell über die Blutbahn des menschlichen Körpers ausbreitet. Für einen gesunden Menschen stellt der Pilz im Normalfall keinerlei Gefahr da. Ganz anders sieht die Lage bei Patienten aus, die deren Immunsystem ohnehin schon sehr geschwächt ist. Die Mediziner haben ein Problem: Da es bislang relativ wenige Fälle in Deutschland gibt, kann auch noch kein klares Risikoprofil definiert werden. 

Ein »Killerpilz« mit einem Sack voller Rätsel

Candida auris wurde erstmals bei einer Patientin in Asien im Jahre 2009 nachgewiesen. Seitdem hat sich der heimtückische Hefepilz rasant weltweit ausgebreitet und bereits zu mehreren Ausbrüchen geführt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC ist gewarnt, da ungefähr 40 bis 60 Prozent der mit dem Pilz infizierten Patienten gestorben sind. Ob die Patienten jedoch wirklich an der Pilzinfektion gestorben sind, bleibt jedoch weiterhin unklar, da die meisten der verstorbenen Patienten neben der Pilzinfektion auch an schwersten Erkrankungen litten. Der Hefepilz führt bei einer Infektion fast immer zu Blutvergiftungen sowie Harnwegs- und Wundinfektionen. Bisher konnten die Mediziner weltweit vier verschiedene Stämme des Hefepilzes nachweisen. Das Problem ist jedoch, dass Gensequenz jeweils jedoch höchst unterschiedlich ist – ein Indiz dafür, dass sich diese Stämme gleichzeitig entwickelt haben. Die Mediziner fragen sich nun, was die Entstehung solcher Pilze befördert haben könnte.

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