Die perfekte Mordwaffe – das Gift des »Selbstmord-Baums«




Der Cerbera Odollam, auch Zerberusbaum genannt, ist ein schöner, üppiger und bezaubernd anzuschauender Baum. Doch der harmlose Eindruck täuscht. Man nennt den Baum auch gerne »Selbstmord-Baum« beziehungsweise »Mord-Baum«. Das Gift der Pflanze wurde in der Vergangenheit schon öfter als perfekte Mordwaffe klassifiziert, und das aus gutem Grund. Die perfekte Mordwaffe – das Gift des »Selbstmord-Baums«.

Die perfekte Mordwaffe – das Gift des »Selbstmord-Baums«
Die Blätter und Blüten des Zerberusbaums. © Wikimedia Commons Tauʻolunga

Der Cerbera Odollam ist ein mittelgroßer Laubholzbaum, der vor allem in Indien und Südostasien beheimatet ist und eine Höhe von bis zu 10 Metern erreichen kann. Soweit, so gut und nichts Besonderes. Was den Baum jedoch zu etwas durchaus Besonderem macht ist sein Samen, denn dieser beinhaltet die giftige Chemikalie Cerberin. Cerberin ist ein sogenanntes »Herzglykosid«, das in der Lage ist, die Herzfrequenz eines Menschen zu verlangsamen. Verwendung findet der chemische Stoff in diversen Medikamenten. Im Samen eines Cerbera Odollam gibt es genügend Cerebin, um einen erwachsenen Menschen zu töten.

Die perfekte Mordwaffe – das Gift des »Selbstmord-Baums«

Das Gift der Samen tötet einen Menschen in nur wenigen Stunden. Die Symptome sind heftige Magenschmerzen, Durchfall, unregelmäßigen Herzrhythmus, Erbrechen und Kopfschmerzen. Die Samen zu sich zu nehmen ist ein Kinderspiel, das diese in der essbaren Frucht des Baumes sitzen. In Indien, wo der Baum sehr verbreitet ist, benutzen Menschen ihn wie keine andere Pflanze auf der Erde, um freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Da sind sich nahmhafte Toxikologen durchaus sicher, wie eine Studie aus dem Jahr 2004 im »Journal of Ethnopharmacology« darlegt. Das Team hinter der Studie unter der Leitung von Yvan Gaillard vom »Labor für Analytische Toxikologie« in La Voulte-sur-Rhône, Frankreich, dokumentierte mehr als 500 Fälle von tödlichen Cerbera-Vergiftungen zwischen 1989 und 1999 im indischen Bundesstaat Kerala. Die Hälfte der Todesfälle gründeten auf Pflanzenvergiftungen, wovon jeder zehnte Vergiftungstod insgesamt auf das Konto des Cerbera Odollam ging. Laut Expertenmeinung liegt die Dunkelziffer allerdings um den Faktor Zehn höher. Das Ziel der Studie war, die Aufmerksamkeit Öffentlichkeit und ermittelnden Behörden auf eine starke Giftpflanze zu lenken, die derzeit von westlichen Ärzten, Chemikern, Analysten und sogar Gerichtsmedizinern fast völlig ignoriert wird. Und genau dies ist auch der Grund, warum das Gift des Baumes auch von Mördern verwandt wird. Für Pathologen gehört es einfach nicht zum »Standard«.

Die perfekte Mordwaffe – das Gift des »Selbstmord-Baums«
Die unreifen Früchte des Zerberusbaums. © Wikimedia Commons Vengolis

Eine Prüfung auf Cerberin-Vergiftung ist relativ kostspielig und erfordert den Einsatz von Hochleistungsflüssigkeitschromatographen in Verbindung mit Massenspektrometrie. Pathologen beziehungsweise Toxikologen werden den Test kaum durchführen, ohne das es starke Beweise dafür gibt, dass ein Opfer kürzlich Cerbera verabreicht wurde. Zudem ist es sehr schwierig, das Gift nachträglich zu erkennen. Außerdem kann das Gift sehr leicht in würzigen Lebensmitteln untergemischt werden. Aus diesem Grund deutet die Studie von 2004 darauf hin, dass es sich bei einigen Selbstmordfällen tatsächlich um Morde gehandelt haben könnte.

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