Ein tödliches Kunstwerk

Der Quecksilberspringbrunnen des Alexander Calder




QuecksilberspringbrunnenEin Kunstwerk soll begeistern, faszinieren, zum Nachdenken anregen und im besten Falle das Lebensgefühl einer Generation oder gar ganzen Epoche zum Ausdruck bringen. Auf gar keinen Fall sollte es jedoch den Betrachter akuter Lebensgefahr aussetzen. Sie meinen, dass gibts nicht? Oh doch! Alexander Calders Quecksilberspringbrunnen tat genau das, wenn auch unabsichtlich. Es war und ist wahrscheinlich das gefährlichste Kunstwerk auf diesem Planeten.

 

Im Jahre 1937 entwarf und baute der amerikanische Künstler Alexander Calder für den spanischen Pavillon bei der Weltausstellung von 1937 in Paris einen Quecksilberspringbrunnen. Den Auftrag erhielt er hierfür von der spanischen republikanischen Regierung. Die wollte damit einerseits auf die Offensive des aufkeimenden Franco-Regimes im Rahmen des spanischen Bürgerkrieges auf die Quecksilberminen in Almadén aufmerksam machen und andererseits damit auf die wirtschaftlichen und kapitalistischen Interessen hinter dem Militärputsch hinweisen. Zudem wollte Calder die Arbeit den spanischen Arbeitern widmen, die in den Quecksilbermienen ihr Leben gelassen hatten bzw. unter den schlimmsten Bedingungen arbeiteten.

Quecksilberspringbrunnen

Nach der Weltausstellung in Paris wanderte der Brunnen in den Skulpturengarten des Museums Fundació Joan Miró in Barcelona. Viele Jahre plätscherte das gefährliche Quecksilber dort vor sich hin. Erst zwanzig Jahre später, als die Schädlichkeit des Quecksilberdampfes zweifelsfrei nachgewiesen wurde, verstaute man den Springbrunnen in einen Glassarkophag. Noch heute können die Besucher des Museums den einzigartigen Springbrunnen besichtigen – natürlich ohne die Gefahr, Schaden für die eigene Gesundheit zu nehmen. Es ist der weltweit einzige Springbrunnen, der Quecksilber anstatt Wasser verwendet.

Im Übrigen ist Quecksilber bereits seit vielen hundert Jahren eine begehrte »Deko-Flüssigkeit«. So gab es bereits um das Jahr 1.000 in den Palästen der Kalifen von Córdoba (Medina az-Zahra), Kairo und Bagdad mit Quecksilber gefüllte Becken. Diese dienten dazu, sich an den reflektierenden Lichtwirkungen zu erfreuen.

Und noch mehr New York auf LAMUNDUS:

»Bannerman Castle« – New Yorks gefährlichster Ort

»North Brother Island« – New Yorks dunkles Geheimnis

Die Zeppelin-Andockstation des Empire State Buildings

BOOM,BOOM,BÄNG – New York in 3 Stunden und 15 Minuten

Die vergessenen Betonpfeile des »Selbstmörder-Clubs«

Die geheime U-Bahn des Alfred E. Beach

Hat Ihnen die Geschichte gefallen? Dann teilen Sie diese doch mit Ihren Freunden. Sie haben Anregungen zum Thema? Wunderbar! Dann nichts wie los und kommentieren Sie, was das Zeug hält!

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Nein? Na dann nichts wie los. Als Abonnement unseres Newsletters erhalten Sie alle 14 Tage im Monat, an jedem 01. und 15., eine kompakte Übersicht der letzten Artikel auf »LAMUNDUS – das Online-Magazin«. Kostenfrei, schnell und zuverlässig. Hier klicken, um sich für den LAMUNDUS-Newsletter anzumelden.




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.