Fake-Wissenschaft: Die Klo-Studie im Wissenschaftsmagazin




Fake-Wissenschaft: Die Klo-Studie im WissenschaftsmagazinWussten Sie, dass sich linke Politiker vorzugsweise mit der rechten Hand den Allerwertesten beim Klo-Gang abwischen und rechte Politiker mit links? Nein? Das wussten Sie nicht? Macht nichts, denn obwohl diese steile These in einem Wissenschaftsmagazin publiziert wurde, ist sie völliger Quatsch. Ein Fake, mit dem sich Gary Lewis einen mächtigen Spaß erlaubt und damit in die aktuelle Diskussion in Sachen Fake-Wissenschaft haut. Fake-Wissenschaft: Die Klo-Studie im Wissenschaftsmagazin.

Nun hat die Fake-News-Diskussion also auch die Wissenschaft erreicht. Was ist geschehen? Nach Recherchen von NDR, WDR und dem SZ-Magazin der Süddeutschen Zeitung haben mehr als 5.000 Wissenschaftler deutscher Hochschulen ihre Forschungsarbeiten bzw. Ergebnisse bei scheinbar wissenschaftlichen Verlagen veröffentlicht. Zunächst könnte man denken, das sei ja nun nicht wirklich dramatisch – wir haben mit wichtigeren gesellschaftlichen Problemen zu kämpfen. Trotzdem ist der Vorgang gesellschaftsrelevant. Die Wissenschaft gehörte landläufig bisher noch zu den Bereichen, die Orientierung gaben und auf die man sich verlassen konnte. Es war immer die Suche nach der Wahrheit und die Forschung zum Wohle der Menschheit in unterschiedlichsten Facetten, die Vertauen schaffte. Und nun stehen wir vor einem Scheibenhaufen. Pseudo-wissenschaftliche Verlage missachten in aller Regel Standards in Sachen der Qualitätssicherung. In den benannten Medien kann jeder veröffentlichen, und zwar was er will. Geprüft wird nicht. Es wird einfach alles veröffentlicht und mit einem Stempel der Seriosität versehen. Und den Wissenschaftlern wird dabei jede Menge Geld abgeknöpft.

Fake-Wissenschaft: Die Klo-Studie im Wissenschaftsmagazin

Fake-Wissenschaft: Die Klo-Studie im Wissenschaftsmagazin

Gary Lewis hat es auf die Spitze getrieben. Er schaffte es mit einer ganz besonderen Studie in ein Wissenschaftsmagazin. Lewis behauptete, dass sich linke Politiker vorzugsweise mit der rechten Hand den Allerwertesten beim Klo-Gang abwischen und rechte Politiker mit links. Damit sein Fake nicht sofort als solcher erkannt wurde, bediente sich Lewis einer eloquenten und wissenschaftlich sehr stark angehauchten Sprache. Zudem zitierte er bereits angeblich publizierte Theorien zu seiner Forschungsarbeit. So beispielsweise die »Social-Prime-Theorie«. Die besagt, dass man sich beispielsweise langsamer bewegt, wenn man im Vorfeld eine TV-Dokumentation über Faultiere gesehen hat. Der Grund in diesem Effekt liegt in der Tatsache begründet, dass der Konsument sich natürlich mit dem jeweiligen Thema auseinandersetzt und diese sich anschließend in körperlichen Reaktionen manifestieren. Völliger Blödsinn! Aber völlig absurd wird es, dass diese Lewis Studie ohne Kontrolle einfach so durchgewunken und ohne Prüfung veröffentlicht wurde. 

Kritik am System

Und was das Ganze? Lewis möchte mit seinem Fake vor allem Kritik an der Branche üben.  Dabei geht es ihm weniger vom gefährlich nachlässigen Umgang des Magazins mit Studien, als den Hürden, um eine Studie zu veröffentlichen. Heutzutage müssen Wissenschaftler den Magazinen Geld bezahlen, damit diese die entsprechenden Studien veröffentlichen. »Psychology and Psychotherapy« wollte Lewis für seine Schwachsinns-Studie 600 Dollar abknöpfen, um sein Wek öffentlichkeitswirksam zu publizieren. Der lehnte natürlich die Offerte ab.

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