Im Test 2019: Papyrus Autor 9




Einen eigenen Roman zu schreiben ist der Traum vieler Menschen. Damit aus dem Traum jedoch irgendwann einmal papiergewordene Realität wird, bedarf es jeder Menge Ausdauer, Kreativität, Handwerk sowie eine gehörige Portion Besessenheit. Ach ja, und ohne das richtige Werkzeug – ein entsprechendes Schreibprogramm – dürfte die Idee vom Bestseller sowieso bald scheitern. Papyrus Autor ist so ein Schreibprogramm, wobei der Terminus Schreibprogramm eine maßlose Untertreibung ist. Das Schweizer Taschenmesser in Sachen Autorenprogramm ist nicht weniger als die kreative Zentrale des Schreibprojektes mit einem gewaltigen Funktionsumfang, die fast keine Wünsche offenlässt. Im Test 2019: Papyrus Autor 9.

Sicherlich, Textverarbeitungsprogramme gibt es wie Sand am Meer, eine Arbeitsumgebung für Autoren jedoch findet man so gut wie nicht. Wer schon einmalversucht hat ein Buch in Word, Pages oder Open Office zu schreiben, der weiß, wovon ich schreibe. Zum Verfassen einzelner Texte sind die Schreibprogramme durchaus zu gebrauchen, geht es jedoch, darum einen Roman zu verfassen, scheitern sie grandios. Es fehlt Word & Co. einfach an den entsprechenden Werkzeugen, die Autoren dringend benötigen, um beispielsweise einen Roman vernünftig zu plotten, also zu strukturieren. Natürlich gibt es Autoren, die einfach ins Blaue hinein schreiben, die meisten meiner Kollegen jedoch – speziell jene aus dem Bereich der Spannungsliteratur – legen zuerst einmal eine Struktur an und füllen diese dann mit Leben. Und da braucht man einfach derlei Dinge wie beispielsweise eine Figurendatenbank, eine Zeitstrahlfunktion, eine Szenen- und Kapitelübersicht, nicht zu vergessen eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur, die ihrem Namen auch gerecht wird. Eine Stil- und Lesbarkeitsanalyse sowie ein umfangreiches Synonymwörterbuch runden die Sachen dann perfekt ab.

Im Test 2019: Papyrus Autor 9

Papyrus Autor 9 ist ein wahres Funktionsmonster. Das ist auf der einen Seite gut, aber auf der anderen Seite schreckt es auch viele Anwender ab. Fakt ist, man muss sich mit dem Programm beschäftigen und auseinandersetzen. Einfach drauflosschreiben ist nicht unbedingt angeraten. Man merkt allerdings sehr schnell, dass hinter dem ganzen Funktionswust eine durchaus logische Ordnung steckt. In der aktuellen Version 9 haben die Entwickler vor allem Wert auf eine neue und völlig überarbeitete Bedieneroberfläche gelegt. Kam die Version 8 recht altbacken im Look & Feel vergangener Windows-Versionen daher, empfängt den Nutzer nun eine aufgeräumte Programmoberfläche, deren augenfälligste Neuerung der »Organizer« ist. Er dient fortan als Schaltzentrale in Sachen Planung, Aufbau, Struktur und Kontrolle eines Textprojektes. Der Organizer listet Kapitel, Szenen, Orte, Personen sowie Notizen gebündelt innerhalb eines Fensters auf. Das mag auf den ersten Blick den geneigten Benutzer vielleicht etwas überfordern, die Vorteile dieser zentralen Projektansicht sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Der Organizer soll laut Papyrus ein weiteres »machtvolles Instrument« neben weiteren Planungswerkzeugen wie etwa dem »Denkbrett« sein.

Duden-Korrektor inklusive

Neben den vielen Planungs- und Strukturmöglichkeiten begeistert zahlreiche Papyrus-Anwender schon seit vielen Jahren der integrierte Duden-Korrektor, der im Rahmen der neuen Version ebenfalls ein Update erhielt. Zu finden sind nun jede Menge neuer Zeitgeistwörter sowie Phrasen der Jugendsprache. Autoren moderner Jugendliteratur werden es danken. Zudem gönnten die Entwickler der Software dem Benutzer eine verbesserte Version der Stilanalyse. Jede Menge neuer Tipps erklären dem Autor, warum das Programm jetzt gerade eben diese ganz bestimmte Stelle im Manuskript angemeckert wird.

Papyrus Autor 9 ist zum Preis von 179 Euro zu haben. Das Update von Version 8 gibt es für 69 Euro, das von Version 7 und darunter für 99 Euro. Okay, das ist nicht preiswert, aber definitiv jeden einzelnen Cent wert. Die Software beherbergt alles, was es an Handwerkszeug zu Schreiben braucht – was die technische Seite betrifft. Eines ist jedoch auch klar, der geneigte Anwender sollte sich vor Beginn ausführlich mit dem Schreibprogramm auseinandersetzen und die sehr ausführliche Hilfe bzw. Dokumentation studieren. Ach ja, zwei Wünsche hätte ich noch – eine Android-Version sowie die die Möglichkeit Dinge des Organizers auszudrucken.

Das könnte Sie auch interessieren:

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann teilen Sie diesen doch mit Ihren Freunden. Sie haben Anregungen zum Thema? Wunderbar! Dann nichts wie los und kommentieren Sie, was das Zeug hält!

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Nein? Na dann nichts wie los. Als Abonnement unseres Newsletters erhalten Sie am Ende des laufenden Monats eine kompakte Übersicht der aktuellen Top-Geschichten auf »LAMUNDUS – das Online-Magazin«. Kostenfrei, schnell und zuverlässig. Hier klicken, um sich für den LAMUNDUS-Newsletter anzumelden.




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.