Japan setzt auf das Wasserstoffauto

Staat bezuschusst die Anschaffung mit rund 50 Prozent




Kein Zweifel Japans Politik meint es sehr ernst mit dem Wasserstoffauto. Premierminister Shinzo Abe möchte nichts Geringeres als den Einstieg Japans in das »Wasserstoffzeitalter«. Und mit von der Partie ist Toyota. Der japanische Staat und die entsprechenden Präfekturen unterstützen die Anschaffung eines Neuwagens mit Wasserstoffantrieb derzeit mit rund 50 Prozent der Anschaffungskosten. Das ist sehr beachtlich und erst der Anfang. Japan setzt auf das Wasserstoffauto.  

Japan setzt auf das Wasserstoffauto
Der Toyota Mirai. © Toyota

Deutsche Automobilkonzerne haben nach der Dieselkrise die Elektromobilität für sich und ihr Portemonnaie entdeckt. Nun kann es kaum schnell genug gehen, den alten Diesel vor die Tür zu setzen (Arbeitskräfte inklusive) und auf die umweltfreundliche Elektromobilität zu setzen. Wie üblich ist man damit mal wider sehr viele Jahre zu spät dran. In Japan setzt man ebenfalls auf Elektromobilität in Sachen Auto, setzt den Hauptfokus jedoch auf den Wasserstoffantrieb. Davon wollen deutsche Automobilbauer jedoch nichts wissen, für sie ist der Elektroantrieb im Moment der Heilige Gral der automobilistischen Zukunft.

Japan setzt auf das Wasserstoffauto

Zugegebenermaßen, der Marktführer für Wasserstoffautos in Japan – Toyota – setzt nicht gerade Stückzahlen um. Gemessen am Erfolg anderer Toyota-Modelle, speziell denen mit Hybrid-Antrieb, ist der »Mirai« ein Reinfall. Bereits im Jahre 2014 kam der Wasserstoff-PKW auf den Markt, verkaufte sich allerdings bis heute nur rund 7000mal weltweit. Zu wenig für ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt. Dennoch, Toyota und der japanische Staat glauben an den Wasserstoffantrieb. Und so hat der japanische Premier kürzlich den Startschuss für den Einstieg in die »Wasserstoffgesellschaft« gegeben. 

»Wir können verstehen, wenn sich jemand auf eine Technologie konzentrieren will«, sagt Toyota-Sprecher Hisashi Nakai in einem Interview mit Der Welt. »Aber wir glauben, dass wir beides brauchen, die Batterie und die Brennstoffzelle. Das ist nicht nur eine Frage des Geschäfts, sondern auch eine des Klimaschutzes.«

Japan ist die einzig große Autonation, die derzeit sehr entschlossen auf die Wasserstofftechnologie setzt. In Japan gibt es eine Allianz aus Regierung, Herstellern und Energiekonzernen, die das Wasserstoffauto mit der Brechstange nach vorne bringen möchten.

Ehrgeizige Ziele

Die Ziele Toyotas in Sachen CO2-Ausstoß-Minimierung der Neuwagen sind ambitioniert – man will die Emissionen der PKWs bis zum Jahr 2050 gegenüber 2010 um satte 90 Prozent senken. Der Mira soll bis spätestens 2021 in einer Stückzahl von mindestens 30.000 vom Band laufen. Das wird kein Selbstläufer, dafür benötigen die japanischen Autohersteller Unterstützung vom Staat, und die bekommen sie auch. In Japan muss ein Kunde, der einen Mira erwerben möchte umgerechnet 56.800 Euro auf den Tisch legen. Das ist schon mal sehr viel weniger, als ein Kunde hierzulande berappen muss. In Japan subventioniert der Staat massiv den Erwerb eines entsprechenden Wasserstoff-PKWs. Die Zentralregierung steuert zum Kaufpreis einen Zuschuss von 16.600 Euro bei. Zudem unterstützen die Kommunen bzw. Stadtverwaltungen den Kauf eines Wasserstoff-Autos, sodass der Käufer auf eine Kaufprämie von insgesamt 27.800 Euro zurückgreifen kann. Der Steuerzahler finanziert demnach die Hälfte des Kaufpreises.

Eine Frage der Infrastruktur

Der Erfolg des Wasserstoffautos ist abhängig von einer engmaschigen Infrastruktur in Sachen Tankstellen. Generell ist das Tanken von Wasserstoff ebenso schnell erledigt wie der Tankvorgang beim herkömmlichen Verbrenner. In Japan gibt es derzeit rund 100 Wasserstofftankstellen – eine ungeheuerlich hohe Anzahl im weltweiten Vergleich. Die japanische Regierung hilft mit Subventionen beim Bau einer neuen Wasserstofftankstelle von bis zu 1,5 Millionen. Außerdem übernimmt Vater Staat zwei Drittel der Lohn- und anderer Betriebskosten. Autohersteller von Brennstoffzellenautos zahlen das übriggebliebene Drittel.

Das könnte Sie auch interessieren:

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann teilen Sie diesen doch mit Ihren Freunden. Sie haben Anregungen zum Thema? Wunderbar! Dann nichts wie los und kommentieren Sie, was das Zeug hält!

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Nein? Na dann nichts wie los. Als Abonnement unseres Newsletters erhalten Sie am Ende des laufenden Monats eine kompakte Übersicht der aktuellen Top-Geschichten auf »LAMUNDUS – das Online-Magazin«. Kostenfrei, schnell und zuverlässig. Hier klicken, um sich für den LAMUNDUS-Newsletter anzumelden.




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.