Kanaren: Der Unterwasser-Friedhof von Malpique




Es sind insgesamt vierzig Kreuze und die stehen zwanzig Meter unter Wasser. Was auf den ersten Blick wie ein überfluteter Friedhof ausschaut, ist viel mehr. Und, es ist kein alter Friedhof, der im Laufe der Jahrhunderte allmählich vom Meer überflutet wurde. Die Kreuze wurden absichtlich im Meer versenkt. Kanaren: Der Unterwasser-Friedhof von Malpique.

Die Geschichte des Friedhofs, obwohl er noch lange nicht so alt ist, reicht mehr als 400 Jahre zurück, und zwar bis ins Jahr 1570. Zu jener Zeit standen die Kanarischen Inseln bereits seit über einem Jahrhundert unter spanischer Kontrolle. Die Kanaren waren für die spanische Krone stets etwas ganz Besonderes – eine extrem wertvolle Handelskolonie und Posten im Atlantik. Die attraktive Inselgruppe zog jedoch auch sehr viele Piraten an, die ebenfalls vom Handels-Boom auf ihre Weise profitieren wollten.

Kanaren: Der Unterwasser-Friedhof von Malpique

Dank der Piraten galten die Kanaren und Madeira als sehr unsicheres Gewässer. Dies hielt jedoch den portugiesischen Missionar Inácio de Azevedo und seine 39 jesuitischen Mönche nicht von einer Reise nach La Palma ab. Leider war das Glück den Gläubigen nicht hold. Sie fielen in die Hände des französischen Piraten Jacques de Sores. Die Piraten enterten das Schiff der Mönche und nahmen das Schiff in Besitz. Leider legte der Pirat keinen Wert auf den Missionar und dessen Mönchs-Kollegen. Er entschloss sich, des »Problems« auf besonders grausame und drastische Art und Weise zu entledigen. Jacques de Sores entsorgte sie einfach ins Meer und beobachtete genussvoll, wie die Menschen elendig ertranken, während sie in greifbarer Reichweite der Kanaren waren.

1742 erklärte Papst Benedikt XIV. die ermordeten Mönche zu Märtyrern. Im Jahr 2000 wurden 40 Kreuze ins Meer geworfen, um der Gläubigen zu gedenken. Man schuf einen Gedenkfriedhof in der Nähe des Ortes, an dem der Vorfall vermutlich stattgefunden hat. Bis heute sind die Kreuze sehr gut erhalten und dienen mittlerweile als Tauchspot für Begeisterte des Unterwassersports. Im Jahr 2014 wurden die Mönche erneut mit einem großen Steinkreuz an einem nahegelegenen Leuchtturm geehrt, der nun deren Namen trägt.

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