Köln: Älteste Bibliothek Deutschlands bei Ausgrabungen entdeckt




Köln: Älteste Bibliothek Deutschlands bei Ausgrabungen entdecktEs ist eine archäologische Sensation! Bei Ausgrabungen in Köln haben Archäologen die Fundamente der wohl ältesten Bibliothek Deutschlands entdeckt. Schätzungen zu Folge wurde der Bau im 2. Jahrhundert errichtet. Da ist sich Marcus Trier, seines Zeichens Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege, relativ sicher. Wie er jetzt berichtet, seien die Wissenschaftler bereits vor einem Jahr im Rahmen der Bauarbeiten für das neue Citykirchenzentrum der Evangelischen Kirchengemeinde in der Innenstadt auf die Überreste der Bibliothek gestoßen. Köln: Älteste Bibliothek Deutschlands bei Ausgrabungen entdeckt.

Okay, wenn man in Köln tiefer als zwei Meter gräbt, stößt man mit Sicherheit auf Überbleibsel aus römischer Zeit. So lautet zumindest die landläufige Meinung der Kölner zur Geschichte ihrer heißgeliebten Metropole am Rhein. Doch was die Archäologen bei der Begutachtung der Baustelle zum neuen Citykirchenzentrum der Evangelischen Kirchengemeinde fanden, war alles andere als archäologische Routine. Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass es sich um die Überreste der ältesten Bibliothek auf deutschem Boden handelte. Eine Sensation!

Köln: Älteste Bibliothek Deutschlands bei Ausgrabungen entdeckt

Laut Expertenmeinung wurde die Bibliothek zwischen 150 und 200 nach Christus an der südwestlichen Ecke des Forums errichtet. Marcus Trier, Direktor des Römisch-Germanischen Museums und Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger: »Nach unserem Wissen ist dies hier die erste römische Bibliothek, die sich nachweisen lässt.« Die Archäologen gruben einen 20 Meter langen und neuen Meter breiten Raum aus, der sogar noch eine Apsis hatte. Apsiden sind typische Bestandteile von antiken Basiliken (Markt- oder Gerichtshallen). Sie treten in der Regel aus der Wandfläche hervor, können aber auch im Baukörper liegen oder rechtwinklig ummantelt sein. Die Apsis wird meist von einer Halbkuppel, der Apsiskalotte, überdeckt, kann aber auch eine Flachdecke oder einen Dachstuhl haben. Eine Apsis schließt sich in der Regel immer an einen Hauptraum an und wird fast immer von einer Halbkuppel überwölbt. Die eigentliche Sensation jedoch sind etwa 80 Zentimeter breite Nischen, in denen wohl Kisten oder Schränke Platz fanden, die Rollen aus Pergament oder Papyrus beherbergten. Der Raum muss wohl ziemlich beeindruckend gewesen sein. Die Dicke der Fundamentmauern von knapp zwei Metern lässt auf einen stattlichen Bau schließen. Man geht von einer Höhe von sieben bis neun Metern aus, so dass die Raumwirkung sehr eindrucksvoll gewesen sein müsse. Die Apsis beherbergte nach Expertenmeinung eine Statue. Die Archäologen gehen davon aus, dass es die Statue der Minerva war. Minerva war die Göttin der Weisheit und Hüterin der Erkenntnis. Also der korrekte Platz für eine derartige Statue in einer Bibliothek.

Köln: Älteste Bibliothek Deutschlands bei Ausgrabungen entdeckt

Und was nun?

Die Evangelische Kirchengemeinde steckt nun in einer Art Zwickmühle. Der Neubau des »Citykirchenzentrums« im Antoniterquartier war aufwendig geplant worden und hat bereits sehr viel Geld verschlungen. Und nun hat man zusätzlich eine knappe Million Euro investiert, um die Grundmauern der einstigen Bibliothek zu sichern. Die soll nämlich auf jeden Fall erhalten bleiben, jedoch ohne den Neubau maßgeblich zu beeinflussen. Und so soll ein Teil der alten Bibliothek zukünftig in der Tiefgarage des neuen Gemeindezentrums zu sehen sein. Das kostet rund 20 PKW-Stellplätze, aber das ist es den Projektverantwortlichen durchaus wert. Zudem möchte die Evangelische Kirchengemeinde Kölns zukünftig Führungen veranstalten, um die alte Bibliothek der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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