Lärm: Kölner will den Einsatz von Laubbläsern stoppen




Lärm: Kölner will den Einsatz von Laubbläsern stoppenPünktlich zum Herbstbeginn tigern Mitarbeiter der Stadt durch öffentliche Grünanlagen und Straßen und befreien diese vom Laub. Ansich eine feine Sache, wäre da nicht der morgendliche penetrante Lärm der benzingetriebenen Laubbläser, die einem schon mal den letzten Nerv rauben können. Nun ist bei der Stadt Köln im Rathaus eine Bürgereingabe eingegangen, die den Einsatz von Laubbläsern stoppen möchten. Lärm: Kölner will den Einsatz von Laubbläsern stoppen.

 

Der Mann scheint reichlich genervt von den lautstarken Laubbläsern des Kölner Grünflächenamtes, und zwar so sehr, dass er deren Einsatz gern und prinzipiell gestoppt sehen würde. Er fordert: »Den Lärm, den die Stadt mit diesen Geräten produziert, ist erheblich und vermeidbar.« Der Mann möchte einen Umstieg auf »manuelle Reinigung«. Klingt erst einmal, wie David gegen Goliath, aber der erste Eindruck täuscht. Auch der Bund für Naturschutz nimmt sich mittlerweile der Thematik an. Neben dem Lärm seien Laubbläser auch schlecht für die ohnehin belastete Luft. Beim Einsatz würden Mikroben, Pilzsporen, Unrat und Tierkot aufgewirbelt.

Lärm: Kölner will den Einsatz von Laubbläsern stoppen

»Auch der vom Abrieb der Reifen und Bremsen stammende Feinstaub wie Dieselruß, der sich am Boden abgesetzt hatte, wird erneut aufgewirbelt, so dass er eingeatmet werden kann«, äußert sich der Naturschutzbund gegenüber der »Express«. Die Umweltorganisation fordert, genauso wie der ein oder andere genervte Kölner, den Einsatz von Rechen und Harke. Am 27. November solle nun Kölner Politiker am 27. November abstimmen.

Lärm: Kölner will den Einsatz von Laubbläsern stoppen

Die warnen jedoch vor drastischen Folgen: »So beträgt die Säuberungsleistung bei Einsatz eines handgeführten Laubblasgerätes 3000 Quadratmeter pro Stunde, demgegenüber kann eine Arbeitskraft mit Rechen lediglich 350 Quadratmeter in der Stunde reinigen.« Für die Stadt ist der Verzicht von Laubbläsern nicht machbar. Hierbei spielt vor allem der finanzielle Aspekt eine große Rolle. Eine manuelle Reinigung würde das fünf- bis zehnfache an Mitarbeitern benötigen. Das wäre jedoch in der derzeitigen finanziellen Situation Kölns absolut nicht machbar. Zudem plane man vermehrt den Einsatz von Akku-betriebenen Geräten. Die machen jedoch »ein ziemlich hochfrequentes für manche Ohren unangenehmes Geräusch«, sind jedoch sehr viel leiser als die Geräte mit Verbrennungsmotor.

Und das sagt der NABU dazu

Jetzt im Herbst wirbeln bunt gefärbte Blätter durch die Luft und bedecken Rasenflächen, Blumenrabatten und Bürgersteige. Leider kommen zur Beseitigung des Herbstlaubes zunehmend Laubsauger und Laubbläser für eine ökologisch fragwürdige Gartengründlichkeit zum Einsatz. Turbinengetrieben blasen Laubbläser neben Blättern auch Zweige und Müll vor sich her. Laubsauger können Laub, Gras, Tannenzapfen und Abfall bis hin zu Getränkedosen aufsaugen. Der Naturschutzbund NABU appelliert deshalb, beim Laubkehren auf motorbetriebene Laubsauger und Laubbläser zu verzichten. Diese High-Tech-Geräte vernichten nicht nur den Lebensraum vieler Kleintiere wie Schnecken und Regenwürmer, die für dessen Abbau sorgen, sondern Laubsauger häckseln die Tiere regelrecht. Auch aus Lärmschutzgründen sollte das Laub besser mit Besen und Rechen gekehrt werden.

Zugunsten der Wildtiere sollte deshalb auf den Einsatz von Laubsaugern und Laubbläsern verzichtet werden. Auf Rasenflächen und Gehwegen sollte man lieber zu Besen und Rechen zu greifen. Unter Sträuchern und Bäumen sollte das Laub übrigens liegengelassen werden. Hier stört es die Menschen nicht und bietet den Tieren genügend Lebensraum. Der Laubfall ist kein Abfall, sondern eine hervorragende Recyclingmethode der Natur.

Für den »Sog, der alles mitreißt« werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt. Beunruhigt ist der NABU über die Tatsache, dass diese Geräte bis in den letzten Garten-Winkel das Laub beseitigen können. Damit besteht eine akute Gefährdung der Kleinlebewesen, die den Boden und die Krautschicht bewohnen. Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich kaum dem Turbo-Blas- und Saugstrom widersetzen. Laubsauger verletzten die größeren und verschlingen die kleinen Tiere bis hin zu Fröschen und Molchen. Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden sie meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Auch für Kleinsäuger ohne Fluchtverhalten wie Igel und ihre Jungen sind diese modernen Luftbesen lebensbedrohlich. Laubbläser sind aber nicht besser. Sie verschonen die Tiere nur vordergründig. Denn sie vernichten radikal deren Lebensraum und entziehen ihnen so die Lebensgrundlage.

Mehr zum Thema auf der Seite des NABU.

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