»M42« – das Geheimnis von Grand Central Terminal




Grand Central M42Grand Central Terminal ist ein Muss für jeden New York-Besucher. Der Bahnhof zählt mit 22 Millionen Besuchern pro Jahr zu den meistbesuchten Touristenattraktionen New Yorks. Zudem gilt Central Station als größter Bahnhof der Welt – zumindest was die Anzahl der Gleise betrifft. Doch die wirklich interessanten Dinge liegen mehr als 10 Etagen tief unter dem Fundament des Bahnhofs. »M42« ist das streng gehütete Geheimnis des Bahnhofsgiganten.

Grand Central Terminal ist ein Ort, den jeder New York-Besucher gesehen haben muss. Mehr als 22 Millionen Touristen besuchen Grand Central Terminal – die New Yorker sagen auch gern nur Grand Central – jährlich . Er ist der größte Bahnhof der Welt, zumindest was die insgesamt 67 Gleise auf zwei Etagen verteilt betrifft. Grand Central ist einer von New Yorks Dreh- und Angelpunkten. Hunderttausende von Fahrgästen frequentieren das eindrucksvolle Beaus-Arts-Gebäude, auch wenn seit 1991 keinerlei Fernverkehrszüge mehr fahren, sondern nur noch lokale Züge.

Eröffnet wurde das architektonische Meisterwerk im Jahre 1871. Und das es das Gebäude bis heute gibt, ist nicht selbstverständlich. 1967 sollte es abgerissen werden. Aber daraus wurde nichts – die Präsidentenwitwe Jacqueline Kennedy startete eine erfolgreiche Kampagne gegen den Abriss. Grand Central wurde daraufhin unter Denkmalschutz gestellt. Doch leider zerfiel der traditionsträchtige Bau von Jahr zu Jahr. Erst 1998, nach umfangreichen Sanierungsarbeiten, erstrahlte die Schönheit wieder im alten Glanz.

M42

Dass ein derart altes Gebäude viele Geheimnisse birgt und viele Geschichten zu erzählen vermag, sollte niemanden wundern. Eine dieser faszinierenden Geschichten ist jene von M42.

Tief unterhalb der Haupthalle von Grand Central – ungefähr zehn Stockwerke abwärts – liegt M42. Dieser Bereich ist auf keinem Bauplan des Bahnhofes verzeichnet und war bis in die 1980er Jahre als streng geheim klassifiziert. Selbst in den Bauplänen aus dem Jahre 1913 taucht dieser Bereich nicht auf. Und auch heute noch ist die exakte Lage als geheim klassifiziert.

Grand Central M42
©Untapped Cities by Augustin Pasquet

Die Öffentlichkeit ahnte nicht das Geringste, was sich unterhalb von Grand Central abspielte. Während des Zweiten Weltkrieges bauten Ingenieure und jede Menge Bauarbeiter im Geheimen im Bereich M42 ein Kraftwerk-Saal mit jeder Menge Generatoren, Transformatoren und zwölf gigantischen Drehkonvertern, die den gesamten Bahnverkehr an der amerikanischen Ostküste mit Gleichstrom versorgten. Das Ganze hatte einen triftigen Grund: Seit Kriegseintritt befürchteten die USA einen Luftangriff der Deutschen auf das Herz der USA – New York! Und gerade Gand Central hatte eine immense strategische Bedeutung für die amerikanischen Streitkräfte. Die nutzten den Eisenbahnknotenpunkt, um ihre Truppen zu transportieren und mit Waffen auszustatten. Man schätzt, dass knappe 80 Prozent der Waffentransporte auf die im M42 erzeugte Elektrizität angewiesen waren. Ein Bombentreffer auf die Energieversorgung hätte also katastrophale Folgen für das amerikanische Militär gehabt.

Grand Central M42
©Untapped Cities by Augustin Pasquet

Aus diesem Grund bewachten Soldaten rund um die Uhr die untersten Geschosse des Bahnhofs. Und die Soldaten hatten Schießbefehl!

Ein Sabotageziel par excellence

Ein Informant der Deutschen Abwehr und Mitarbeiter Grand Centrals informierte den deutschen Auslandsgeheimdienst über die Existenz von M42 und somit rückte dieses strategische Ziel in den Fokus deutscher Sabotagemaßnahmen. Der Plan war simpel: Man wollte einfach Sandsäcke über die Generatoren ausschütten. Das hätte in der Tat gereicht, um das Kraftwerk M42 auf Monate hin lahmzulegen. Kurzerhand schickte man 1944 zwei Spione nach New York. Das FBI bekam jedoch Wind von der Sache und nahm das Sabotage-Duo fest.

Gleis 61

Ach ja, und dann gibt es auch noch das geheime Gleis 61. Das taucht auf keinem Fahrplan auf und liegt ebenfalls tief unter der Erde. Viel los ist an diesem Gleis in der Regel nicht bis zu dem Zeitpunkt, wenn der US-Präsident in der Metropole weilt. Für den Notfall steht dann da eine Lokomotive und diverse Waggons bereit, um den Präsidenten schnellstmöglichst aus der Stadt zu bringen.

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