Macron und die französische Energiewende

2020 kommt das Aus für das AKW in Fessenheim




Trotz der Demonstrationen vieler Franzosen in ihren gelben Warnwesten, die gegen die Einführung einer Ökosteuer auf Diesel demonstrieren, präsentierte der französische Präsident Emmanuel Macron heute seine Pläne für eine französische Energiewende. Eines steht bereits fest – die Ökosteuer auf Diesel wird bleiben. Das dürfte das Demonstrationsklima einmal mehr anheizen. Die Franzosen bereiten sich auf einen heißen Demonstrationswinter vor – inklusive blockierter Autobahnen, besetzter Mautstellen und Randalen. Macron und die französische Energiewende.

Macron wolle vor allem mit seiner französischen Energiewende verhindern, dass die Schere zwischen urbanen Wohlstandsbürgern (die man auch »Bobos« nennt) und vermeintlich niedrigeren gesellschaftlichen Schichten immer weiter auseinandergeht. Der französische Präsident möchte, dass Ökologie im französischen Stil populär werde und »pädagogische Arbeit« leiste, um seine Ziele besser zu erläutern. »Ich habe die Wut gehört«, versicherte Macron mit Blick auf die Protestbewegung der »Gelbwesten«. Kling alles sehr nebulös und irgendwie wieder einmal sehr von oben herab – Macrons Stil, was ihm Kritiker immer wieder vorhalten.

Macron und die französische Energiewende

Für viele Menschen in Frankreich ist die Frage nach der Öko-Steuer beim Diesel sehr wichtig. Viele Menschen hatten gehofft, dass diese nicht sehr lange Bestand habe. Falsch gedacht! Macron betonte einmal mehr, dass er daran festhalten werde. Die Steuer sei richtig und notwendig, müsse aber wohl an die jeweilige Höhe der Kraftstoffpreise angepasst werden. Ärgern dürfte viele Franzosen auch die sogenannte Stau-Gebühr. Diese sollen Autofahrer zahlen, wenn sie in die Städte fahren wollen – Kostenpunkt bis zu 20 Euro! Zudem kündigte Macron höhere staatliche Investitionen in erneuerbare Energien an. Die sollen von aktuell fünf Milliarden Euro jährlich auf künftig sieben bis acht Milliarden Euro steigen. Man wolle damit die Energieerzeugung mittels Windkraft bis 2030 verdreifachen, Strom durch Solartechnologien soll sogar verfünffacht werden.

Ist Frankreichs Ausstieg aus der Atomkraft realistisch?

Auch interessant: Bis 2022 sollen die letzten vier Kohlekraftwerke Frankreichs vom Netz gehen. Eine leichte Übung in Anbetracht der Dominanz von Kernkraftwerken. Apropos Atomkraft – auch hier gibt´s was Neues: Zentraler Bestandteil des Zehn-Jahres-Öko-Plans ist der Teilausstieg aus der Atomkraft! Man höre und staune! Und das bedeutet auch etwas, wenn es ernst gemeint sein sollte, denn Frankreich ist mit weit über 70 Prozent eines der Länder mit dem höchsten Atom-Anteil an produziertem Strom. Und was uns Deutsche besonders freuen dürfte – das älteste laufende Atomkraftwerk des Landes im elsässischen Fessenheim am Oberrhein wird schon im Sommer 2020 geschlossen.

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