Madagaskar: Der Friedhof und die Insel der Piraten




Piraten faszinieren mit ihren wilden Geschichten auch heute noch Jung und Alt. Freibeuter, die sich Gefechte auf offener See mit den jeweils Herrschenden lieferten, Schiffe kaperten und Schätze von unermesslichem Ausmaß an geheimnisvollen Orten vergruben. Piraten ziehen uns auch deswegen in ihren Bann, weil sie ein Leben voller Freiheit und Ausschweifungen jenseits aller Regeln führten. Es gibt aber auch Piraten, die hauptsächlich an Land lebten und auch dort begraben wurden. Madagaskar: Der Friedhof und die Insel der Piraten.

Madagaskar: Der Friedhof und die Insel der Piraten
© JialiangGao / Wikimedia Commons

Ja, es gibt sie – die Pirateninsel schlechthin. Im 17. und 18. Jahrhundert lebten auf der Île Sainte-Marie, einer kleinen Insel etwa 8 Kilometer vor der Küste Madagaskars, mehr als 1.000 Piraten. Jeder, der als Pirat etwas auf sich hielt, soll in diesen 100 Jahren auf dem Eiland gelebt haben, wenn er nicht gerade auf hoher See segelte und nach fetter Beute Ausschau hielt. Die Insel war optimal, um als Piratennest herzuhalten – die felsigen, abgelegenen Buchten der Île Sainte-Marie boten das perfekte Versteck, während die günstige Lage entlang der ostindischen Handelsroute es Piraten ermöglichte, Schiffe mit Schätzen abzufangen.

Madagaskar: Der Friedhof und die Insel der Piraten

Das Leben auf der tropischen Insel muss wohl nicht das Schlechteste gewesen sein. Einige der Piraten gingen sogar so weit, Familien zu gründen. Landläufiger Meinung zufolge geht man ja davon aus, dass Piraten nicht gerade die moralischsten Gesellen der Epoche waren. Dennoch, wenn es einer der Kameraden starb, wurde er standesgemäß und mit allen Ehren begraben. So auch auf Île Sainte-Marie. Hier gibt es heute den weltweit einzigen bekannten Piratenfriedhof. Sämtliche Piraten wurden auf einem Hügel mit Blick auf den weiten Indischen Ozean begraben. Hier liegt beispielsweise auch der berühmte Pirat Thomas Tew, und zwar unter einem sechs Fuß langen und langsam zerbröckelnden Grabstein. Dieser ist, wie sollte es auch anders sein, mit zahlreichen symbolischen Totenköpfen und Kreuzknochen geschmückt. Erstaunlich ist, dass der Piratenfriedhof tatsächlich für die Allgemeinheit zugänglich ist. Die Chance für einen Besuch scheinen jedoch nicht viele Touristen wahrzunehmen. Das Grabfeld ist mit hohem Gras überwuchert. Und es gibt nur noch dreißig intakte Grabsteine.

Madagaskar: Der Friedhof und die Insel der Piraten
© Lemurbaby/ Wikimedia Commons

Zu den Besuchern der Insel und des Friedhofs zählen heutzutage hauptsächlich Archäologen, Hobbyforscher und vor allem Schatzsucher. Denn: Unter Wasser sollen eine Vielzahl von Schiffswracks liegen, darunter die »Adventure Galley« des berüchtigten Piraten William Kidd. Die Geschichte besagt, dass Kidd irgendwann entschied, sein aktuelles Schiff zu versenken, um neu anzufangen. Er transferierte seinen riesigen Schatz auf das neue Schiff und versenkte die Adventure Galley – zusammen mit einem Teil seiner Beute. Das besagt zumindest die Überlieferung.

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