Müllnotstand: Zu wenig Mülldeponien in Deutschland




Müllnotstand: Zu wenig Mülldeponien in DeutschlandDas Statistische Bundesamt schlägt Alarm. In den kommenden Jahren werden mehrere hundert Mülldeponien das Ende ihrer Betriebsdauer erreichen und schließen. Treffen wird es vor allem die Endverbraucher in Form steigender Kosten. Besonders die Baubranche wird es hart treffen, denn Bauabfälle machen mehr als 50 Prozent des gesamten deutschen Mülls aus. Müllnotstand: Zu wenig Mülldeponien in Deutschland.

 

Im Jahre 2016 gab es in Deutschland noch 1108 Mülldeponien. Das waren schon fast 900 weniger als noch zehn Jahre zuvor. Und die Experten vom Statistischen Bundesamt rechnen damit, dass zwischen 2015 und 2025 noch einmal rund 500 Mülldeponien geschlossen werden. Schlechte Zeichen für die deutsche Bauwirtschaft, denn Bauabfälle schlagen mit mehr als 50 Prozent des gesamten Müllaufkommens Deutschlands zu Buche. Die Kosten für Hausbauer und Sanierer werden wohl mächtig anziehen. Und das in Zeiten, wo schnell kostengünstiger Wohnraum geschaffen werden muss!

Notstand: Zu wenig Mülldeponien in Deutschland

»Wir haben das Problem eigentlich bundesweit, dass die Deponiekapazitäten knapp werden«, sagte Stefan Schmidmeyer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Er weiß, wovon er spricht, schließlich ist Schmidmeyer Fachmann für Baustoff-Recycling und leitet den Fachverband Mineralik im Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. »Es werden eigentlich gar keine neuen Deponien mehr genehmigt.«

Müllnotstand: Zu wenig Mülldeponien in Deutschland

Problematisch am Rückgang der Mülldeponien ist vor allem die Tatsache, dass das Abfallaufkommen steigt. 2016 waren es schon 411 Millionen Tonnen, 25 Millionen mehr als zu Beginn des Jahrzehnts. Der Bauboom in Deutschland ist wohl einer der Hauptgründe für das Mehr in Sachen Baumüll. 

Das Bundesumweltministerium sieht keinen Handlungsbedarf

Und wie könnte es anders sein – das Bundesumweltministerium bezweifelt die Angaben der Bauindustrie und sieht die Sachlage völlig anders. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums teilte mit, dass »Auf die gesamte Bundesrepublik bezogen ausreichend Deponieraum vorhanden sei«. Zudem sei das Abfallrecht Ländersache und der Bund hätte damit ja nichts zu tun. Der Bund hat hier weder Aufsichtspflichten noch Weisungsrecht. Besonders hart vom Deponienotstand ist Bayern betroffen. Hier gibt es Regionen bzw. Landkreise, die überhaupt keine Bauschuttdeponien mehr haben. Und somit verbringt man den Baustoffmüll einfach in andere Regionen Deutschlands – Stichwort Mülltourismus. »Jedes Jahr werden mehrere hunderttausend Tonnen nach Thüringen gefahren«, sagt Holger Seit von der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern gegenüber der DPA. Zudem geht Bauschutt aus Bayern ebenfalls Richtung Baden-Württemberg, Österreich und Tschechien.

Und noch mehr interessante Geschichten auf LAMUNDUS:

Die Todespfeife der Azteken

Cerro Gordo: Geisterstadt für 800.000 zu verkaufen

»Bannerman Castle« – New Yorks gefährlichster Ort

»North Brother Island« – New Yorks dunkles Geheimnis

Die Zeppelin-Andockstation des Empire State Buildings

Die vergessenen Betonpfeile des »Selbstmörder-Clubs«

Forscher lüften Geheimnis um Azteken-Massaker

Ikea im Weltraum: NASA und Ikea entwerfen Weltraum-Kollektion »Rumtid«

Hat Ihnen die Geschichte gefallen? Dann teilen Sie diese doch mit Ihren Freunden. Sie haben Anregungen zum Thema? Wunderbar! Dann nichts wie los und kommentieren Sie, was das Zeug hält!




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.