»Nein« zur Fristverlängerung der Ferkel-Kastration ohne Betäubung




»Nein« zur Fristverlängerung der Ferkel-Kastration ohne BetäubungDer Koalitionsausschuss hat die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere zwei Jahre beschlossen. Wieder einmal treiben Agrarideologen mit Weltmarktphantasien Politiker vor sich her. Seit Jahrzehnten ruiniert dieser politisch/agrarindustrielle Komplex aus reiner Profitgier rücksichtslos landwirtschaftliche Familienbetriebe, Umwelt, Tiere und Natur. Er schafft sich eine eigene Wirklichkeit, die mit Fakten und der Realität nichts zu tun hat. »Nein« zur Fristverlängerung der Ferkel-Kastration ohne Betäubung.

Die Wissenschaften werden ignoriert, wenn deren Forschungsergebnisse nicht ge- nehm sind. Tierärzte, die die Praktikabilität der drei Alternativmethoden zur Vermeidung des Ebergeruchs wissenschaftlich begründet haben und sich gegen Fristverlängerung und auch gegen die Kastration mit Lokalanästhesie durch den Tierhalter positionieren, werden kurzerhand aus dem Diskurs ausgegrenzt.

»Nein« zur Fristverlängerung der Ferkel-Kastration ohne Betäubung

Es gibt de facto keinen vernünftigen Grund für die Fortsetzung der anachronistischen Ferkelkastration ohne Betäubung. Auf breiter Front lehnt auch die Öffentlichkeit diese Tierquälerei ab. Ganz offensichtlich besteht jedoch in der Groko der politische Wille, nichts gegen die Agrarlobby zu entscheiden. Politiker, die die Ansprüche der Lobby über die Ansprüche der Gesellschaft stellen und dabei selbst vor Gesetzesbrüchen nicht zurückschrecken, handeln gewissen- und verantwortungslos und sind einer Wiederwahl nicht wert. Die Entscheidung des Koalitionsausschusses zur zweijährigen Fortsetzung völlig unnötiger Tierquälerei ist in höchstem Maße unethisch, verlogen und demokratiefeindlich.

Die Original-Pressemitteilung finden Sie auf der Website Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V.

»Nein« zur Fristverlängerung der Ferkel-Kastration ohne Betäubung

Staatsziel „Tierschutz“ verschlafen? (Pressemitteilung der Bundestierärztekammer zur betäubungslosen Ferkelkastration

(BTK/Berlin) – Beim Fachgespräch im Bundestag am 10.10.2018, das von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen organisiert wurde, gab es eine erhellende Erkenntnis, die der ganzen Diskussion um die betäubungslose Ferkelkastration eine andere Dimension verleiht. Laut Prof. Dr. Jens Bülte, Lehrstuhlinhaber für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht an der Universität Mannheim, sei laut Artikel 20a Grundgesetz (Tierschutz als Staatsziel) ein sofortiges Verbot der betäubungslosen Kastration unvermeidlich, da der Schutz des Verfassungsgutes (in diesem Fall der Tierschutz) anders nicht gewährleistet werden könne. Eine Verlängerung der im Tierschutzgesetz rechtlich verankerten Frist wäre also verfassungswidrig, denn es gibt ausreichend Alternativen.

Vor diesem Hintergrund steht die Ankündigung der Regierungskoalition, mittels einer Koalitionsinitiative eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration zu erreichen, in einem schlechten Licht. „Für den Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration von Ferkeln gab es bereits eine Übergangsfrist von fünf Jahren, die nicht genutzt wurde“, meint Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK). Eine Verlängerung um weitere zwei Jahre ist mit dem Staatsziel Tierschutz nicht vereinbar, sondern ein reines Zugeständnis der Großen Koalition an die Agrarlobby. Es stehen drei mögliche Alternativen zur Verfügung: Die Durchführung des Eingriffs unter Narkose, die Jungebermast und die Impfung gegen Ebergeruch, die nach Aussage des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) tierschutzfachlich der beste Weg ist.

„Der sogenannte „4. Weg“ ist nach jetzigem Stand der Wissenschaft kein gangbarer Weg, denn es müssen alle Alternativen daran gemessen werden, ob sie der Zielstellung, nämlichder Verbesserung des Tierschutzes, gerecht werden“, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann, Vorsitzender des BTK-Ausschusses für Schweine. Eine Änderung des Tierschutzgesetzes,in der der Begriff „Schmerzausschaltung“ durch den Begriff „Schmerzminderung“ ersetzt würde, um die Lokalanästhesie durch die Landwirte zu ermöglichen, wäre absolut inakzeptabel. Die BTK appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages: Beenden Sie die betäubungslose Ferkelkastration!

Die Original-Pressemitteilung finden Sie auf der Website der BUNDESTIERÄRZTEKAMMER, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e.V.

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