Nepal: Mad Honey – der Honig, der »High« macht




Nepal: Mad Honey - der Honig, der »High« machtAn den steilen und rauen Felsen des Himalayas in Nepal jagen seit uralten Zeiten die Mitglieder des Volkes der Gurug einem Schatz hinterher. Sie riskieren ihr Leben, um den Honig der wilden Felsenbiene zu »ernten«. Dieser Honig gilt als einer der wertvollsten der Welt. Man sagt ihm sogar halluzinogene Eigenschaften nach. Doch nicht nur die Ernte ist gefährlich: Die Kliffhonigbiene ist die größte Honigbiene der Welt, und ihr Stich hat schon so manchen Gurug in die Tiefe stürzen lassen. Nepal: Mad Honey – der Honig, der »High« macht.

Er zählt zu den begehrtesten und teuersten Honigen weltweit. Die Rede ist vom wilden Honig Nepals, den man auch »Mad Honey« nennt. Mad Honey deswegen, weil man der süßen Köstlichkeit halluzinogene Wirkungen nachsagt. Produzent dieser einmaligen Köstlichkeit ist die in Nepal heimische Apis dorsata laboriosa, auch besser bekannt als Kliffhonigbiene. Erste Erwähnungen des Honigs und dessen ganz spezielle Wirkung gehen auf das Jahr 401 v. Chr. zurück. Damals probierten griechische Soldaten, die entlang der Schwarzmeerküste durch die heutige Türkei kamen, den Honig, der sie schlagartig außer Gefecht setzte. 

Nepal: Mad Honey – der Honig, der »High« macht

Was den Honig so teuer und rarmacht, ist dessen ganz spezielle Ernte. Die Kliffhonigbiene produziert den süßen Saft nämlich nicht wie in Deutschland in Bienenkörben, sondern richtet den Bienenstock an extrem steilen Felswänden des Himalaya ein. Die Bienen leben in absoluter unberührter Natur und sammeln dort den Pollen unzähliger Wild- und Heilkräuter. Neben der halluzinogenen Wirkung berichten die Gurug, also jene wagemutigen Menschen, die den Honig sammeln, von heilenden Kräften. Sie benutzen den Honig als Medizin benutzt, die das Immunsystem und die Knochen stärken sollen. Zudem verwenden die Gurug den Honig als Heilmittel bei Wunden und Verletzungen.

Nepal: Mad Honey - der Honig, der »High« macht

Gefährliche Honigjagd

Imkerei, wir wir sie kennen, ist den Gurug völlig unbekannt. Die Bewohner der Region Pokhara nahe Kathmandu müssen den Honig »jagen«. Für die Felsenbiene hat das weitreichende und sehr schwerwiegende Folgen, denn, um an das flüssige Gold zu kommen, zerstören die Honigsammler die Nester. Und genau aus diesem Grund sind die Bienen mittlerweile vom Aussterben bedroht. Allerdings birgt die Jagd nach dem Honig nicht nur Gefahren für die Bienen, sondern auch für die Honigsammler der Gurug. Die Ausrüstung der wagemutigen Männer hat sich seit Genrationen kaum verändert. Zweimal pro Jahr beginnt die wilde Jagd damit, dass Gruppen, bestehend maximal zwanzig Personen, ihre schwere Last auf dem Rücken an den Fuß des Himalaya schleppen. Im Morgengrauen des folgenden Tages erklettern die Männer dann jene Felswände, an denen die bis zu zwei Meter langen Waben hängen. Mit Bambusstöcken werden die Waben durchstochen, mit einer Art Widerhaken versehen und dann mit einem scharfen Messer abgetrennt. Die Widerhaken verhindern, dass die Waben zu Boden stürzen. Anschließend werden die Waben abgeseilt und am Boden ernten die Männer dann den Honig. So viel zu Theorie! Wer im Rahmen dieses Szenarios gar nicht mitspielt, ist die Kliffhonigbiene. Die ist – man kann es sich denken – vom Raubbau »not amused« und attackieren die menschlichen Räuber. Und es sind hunderte Bienen, die in dunklen und bedrohlichen Trauben an den Waben hängen. Das Gift der bis zu drei Zentimetern großen Biene ist neun Mal so stark wie das der uns bekannten Honigbiene. Und somit sind bereits wenige Stiche tödlich. Die Bekleidung der nepalesischen Honigjäger besteht lediglich aus normalem Stoff. Um die Bienen zu benebeln, entzünden die Honigjäger Fackeln, die aus Stroh und Kräutern bestehen. Das hilft jedoch nur bedingt bis gar nicht. Eine erfolgreiche Ernte erbringt bis zu 20 kg Honig in einer Wabe. Den verkaufen die Gurug an Händler. Für die Bewohner der Region ist es meist die einzig nennenswerte Einnahmequelle, von der sie sich und ihre Familien ernähren.

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