Polarwirbelsplit: Droht ein Jahrhundert-Winter mit extremer Kälte?




Das klingt nicht gut, was da Wetterforscher prognostizieren. Das Polarphänomen des Polarwirbelsplits soll Anfang kommenden Jahres extreme Kälte nach Deutschland. Oder auch nicht – de Meteorologen sind sich da noch nicht ganz einig. Polarwirbelsplit: Droht ein Jahrhundert-Winter mit extremer Kälte?

Polarwirbelsplit: Droht ein Jahrhundert-Winter mit extremer Kälte

Sollte es zu dem Szenario kommen, was diverse Meteorologen weltweit vorhersagen, sollten wir uns warm anziehen, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Demnach kommt der West-Wind vom Atlantik, der hierzulande im Winter für relativ milde Temperaturen sorgt, nahezu zum Stillstand. Stattdessen befördert die Wetterlage eisige Winterluft aus dem Osten in Richtung Mitteleuropa – inklusive Tiefsttemperaturen. Verantwortlich hierfür ist der sogenannte Polarwirbelsplit.

Polarwirbelsplit: Droht ein Jahrhundert-Winter mit extremer Kälte?

Normalerweise bildet sich im Winter in der Nordpolar-Region durch fehlende Sonneneinstrahlung ein Polarwirbel. Dieser befördert milde Luft aus dem Westen nach Mitteleuropa. Gar nicht so selten kommt es jedoch zu einer stärkeren als sonst üblichen Erwärmung. Dies hat zur Folge, dass die Temperatur in der Stratosphäre der Erde in wenigen Tagen um mehr als 50 Grad ansteigt. Damit ist die Luft wärmer als die Luft weiter südlich. Die Folge: Die Winde drehen sich. Nun kommt die Luft plötzlich nicht mehr aus Richtung Westen, sondern aus dem Osten. Eine weitere Folge des Richtungswechsels: Der Polarwirbel bricht zusammen. Dazu Klimaforscher Dr. Martin Stendel vom Dänischen Meteorologischen Institut gegenüber der BILD: »Etwa fünf- bis sechsmal pro Jahrzehnt kommt es jedoch zu einer sogenannten ›plötzlichen stratosphärischen Erwärmung‹, die zur Abschwächung und Südwärtsverlagerung des polaren Tiefs oder, wie jetzt bevorstehend, sogar zur Bildung eines Hochs über dem Nordpol führen kann. Mit anderen Worten: Die kräftigen Westwinde werden durch schwächere oder gar durch Ostwinde ersetzt.«

Der Polarwirbel als Bollwerk gegen eiskalte Luft

Der Polarwirbel ist sozusagen Mitteleuropas Bollwerk gegen das eiskalte Winterwetter aus dem Osten. Die Wintertemperaturen sind dort sehr viel niedriger, weil der wärmende Effekt des nahe Atlantiks fehlt. Landmassen kühlen sich sehr viel stärker ab. Zudem ist der Golfstrom dafür verantwortlich, dass unaufhörlich Wärme nach Europa aus der Karibik zu uns transportiert wird. Es gibt jedoch auch Stimmen, das Gegenteil behaupten: »Laut Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA soll der Januar mild werden. Noch milder geht es kaum – und diese Berechnungen stammen vom 17. Dezember, sind also sehr aktuell. Der Polarwirbel klingt furchtbar dramatisch. Daraus wird jetzt ein Jahrhundertwinter abgeleitet. Aus meiner Sicht völlig übereilt“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal Wetter.net gegenüber der Bild. Auch Klimawissenschaftler Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung warnt vor Übertreibungen: »Man kann den nächsten Winter nicht vorhersagen, obwohl es immer wieder entsprechende Meldungen gibt. Das wäre aus meiner Sicht Kaffeesatzleserei. Der Polarwirbel mag für die gegenwärtige Kälte in der USA verantwortlich sein, da wird aber vieles durcheinander geworfen und niemand weiß, wie er sich in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird.«

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