Zeitumstellung – lasst den Blödsinn!




ZeitumstellungUnd wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer, sondern ein Amerikaner. Benjamin Franklin ist schuld an der Sommerzeit-Misere. Er kam 1784 auf die Idee, die Uhrzeit in den Sommermonaten zu ändern. Und warum das Ganze? Die Motivation kam recht simpel daher – er wollte den Kerzenverbrauch reduzieren. Immerhin war die Idee der Zeitumstellung damals nicht so ganz ernst gemeint, stieß aber leider auf offene Ohren, speziell hier bei uns in Deutschland.

Im Jahr 1916 führte das Deutsche Reich als erstes Land weltweit die Zeitumstellung ein, und zwar während des Erstes Weltkrieges – genauer gesagt in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Und wen wundert´s – umstritten war die Maßnahme auch schon zur damaligen Zeit. Das »Zeitexperiment« wurde daraufhin 1919 wieder eingestellt. Einen neuen Anlauf nahm im Jahre 1940 – ebenfalls mit wenig Erfolg. Sommerzeit die Dritte erfolgte 1947, als man die Uhren gleich zwei Mal und somit insgesamt zwei Stunden vorstellte. Auf damals lag die Motivation in einer theoretischen Energieeinsparung. Zwei später schaffte man jedoch auch diese zweistündige Zeitumstellung ab. Die Befürworter einer Sommerzeit jedoch blieben hartnäckig: Nur drei Jahrzehnte später, als die Ölkrise Deutschland fest im Griff hatte, kam das Projekt erneut auf den Tisch. Deutschland führte 1980 erneut die Sommerzeit ein, und zwar bis heute.

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Es ist längstens bewiesen – die Zeitumstellung bringt nicht das, was man sich vor mehr als dreißig Jahren versprochen hatte. Energieeinsparung! Selbst das Umweltbundesamt zweifelt mittlerweile denn Sinn der Sommerzeit an. Zwar spare man während der Sommerzeit abends die Energie für elektrisches Licht, jedoch werde erfahrungsgemäß morgens früher damit begonnen, zu heizen. Wissenschaftler in Kalifornien haben 2008 im Rahmen einer dreijährigen Beobachtung des Stromverbrauchs von sieben Millionen Haushalten in Indiana herausgefunden, dass der Stromverbrauch nach der Umstellung auf die Sommerzeit um ein bis drei Prozent anstieg. Die Autoren der Studie, die Wirtschaftswissenschaftler Matthew Kotchen und Laura Grant von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara berechneten außerdem die Kosten der resultierenden stärkeren Umweltverschmutzung auf jährlich 1,6 bis 5,3 Millionen Dollar.

Zeitumstellung – es wird Zeit für eine umfassende Studie

Der gesundheitliche Aspekt der Zeitumstellung sollte ebenfalls nicht aus den Augen verloren werden. Laut einer Umfrage der DAK-Krankenkasse aus 2013 leidet fast jede dritte Frau unter gesundheitlichen Problemen. Rund 18 Prozent der Männer fühlen sich schlapp, müde und haben Schlafstörungen beziehungsweise Einschlafprobleme. Die Zeitverschiebung um eine Stunde bringt unsere innere Uhr durcheinander. Zwar steuert die innere Uhr des Menschen die Stoffwechsel- und Entgiftungsprozesse sowie den Schlaf-Wach-Rhytmus, aber ob die Zeitumstellung tatsächlich Gesundheitsschäden verursacht, darüber gibt es bis dato keinerlei Studien.

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Mittlerweile weisen Chronologie-Biologen und Mediziner zunehmend darauf hin, dass eine »Taktstörung« des menschlichen Körpers bei Frauen zu Fehlgeburten führen könnte. Zudem sammeln Wissenschaftler seit vielen jähren Hinweise und Indizien auf Konzentrationsprobleme erhöhten Schlaftabletten-Konsum sowie eine steigende Anzahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen in den tagen nach der Zeitumstellung.

Beweise für die krassen Folgen der Zeitumstellung gibt es derweil nicht. Erstaunlich ist zudem, dass es noch niemand für nötig befunden hat, die Auswirkungen der Zeitumstellung zu erforschen. Und das bei mehr als einer halben Milliarde Menschen, die in Europa von der Sommerzeit betroffen sind.

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