»Space Force«: Amerikas Kämpfer im Weltraum




»Space Force«: Amerikas Kämpfer im WeltraumGeht es nach dem Willen Donald Trumps gibt es bald eine neue Waffengattung der amerikanischen Streitkräfte – die »Space Force«. Vor allem soll die Space Force sensible und ungeschützte Satellitennetzwerke im All schützen und gegen Angreifer verteidigen. Zudem geht es darum, den Einfluss der USA im All verstärkt zu etablieren sowie die zunehmende Vormachtstellung  Chinas und Russlands im Erdorbit sowie bei zukünftigen Missionen zum Mond und dem Mars zu begrenzen. »Space Force«: Amerikas Kämpfer im Weltraum.

Ohne Satelliten wäre unsere Gesellschaft mehr als aufgeschmissen. Ein modernes Leben, wie wir es kennen, wäre kaum möglich. Navigationsgeräte in Millionen Autos und Smartphones sind auf Satelliten angewiesen. Doch nicht nur das: Unsere globale Kommunikation, das Internet, Wetterberichte, Forschung, die Börse und vieles mehr, wäre ohne Satellitennetzwerke kaum möglich. Satelliten sind der Taktgeber unseres modernen Lebens. Leider ist es jedoch so, dass die Infrastruktur im All äußerst anfällig wir natürliche kosmologische Ereignisse wie etwa Sonnenstürme ist. Zudem sind Satelliten mittlerweile begehrtes Ziel für zukünftige militärische Auseinandersetzungen zwischen den Supermächten dieser Erde – von unzähligen Hacker-Angriffen einmal ganz zu schweigen. Grund genug, Satellitennetzwerke im Weltall mit einer entsprechenden Schutztruppe zu sichern. Donald Trump möchte nun Nägel mit Köpfen machen und hat eine neue Waffengattung ins Leben gerufen – die sogenannte »Space Force« soll die lebenswichtige Infrastruktur vor Angriffen schützen und gleichzeitig Amerikas (nicht vorhandene) Dominanz im Weltall manifestieren.

»Space Force«: Amerikas Kämpfer im Weltraum

Die Idee ist nicht neu. Neben den Militärs fordern mittlerweile auch Wissenschaftler und sogar Friedensforscher Schutzmaßnahmen, um die empfindliche Satelliten-Infrastruktur im All zu schützen. Bereits vor einiger Zeit äußert sich Brigadegeneral Richard Schelleis auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin gegenüber dem Spiegel wie folgt: »Satellitensysteme sind das Herz der modernen Gesellschaft. Deutschlands nationale Sicherheit wird nur durch die Nutzung des Weltraums garantiert. Wir müssen im eigenen Interesse ein Weltraum-Lagebewusstsein entwickeln. Es gibt in der gesamten westlichen Welt ein vitales Interesse an einer funktionierenden Satelliten-Infrastruktur.«

»Space Force«: Amerikas Kämpfer im Weltraum

US-Präsident Donald Trump scheint das ähnlich zu sehen. Ende Juli 2018 haben die amerikanischen Streitkräfte das »Combined Space Operations Center (CSpOC)« in Kalifornien gegründet, über das die Weltraumaktivitäten der USA mit den Verbündeten zukünftig koordiniert werden sollen. Die neue »Space Force« soll als sechste Waffengattung agieren. Trump betonte dabei ausdrücklich, dass die Vereinigten Staaten ihren Einfluss im Weltall schützen und erweitern möchten. Soweit zur Theorie. Die Praxis hingegen schaut etwas anders aus. Eine neue Streitmacht wie die Space Force braucht vor allem eines – Geld! Vom notwendigen qualifizierten Personal einmal ganz zu schweigen. Und um vor allem das Geld zu bekommen, braucht Trump die Unterstützung des US-Parlamentes. Voraussichtlich Anfang 2019 soll das Parlament über die Finanzierung der neuen Space Force entscheiden. 

Die »Space Policy Directive 3«

Donald Trump, der gerne sehr viele Dinge medial inszeniert unterzeichnet, hat auch die »Weltraum Direktive 3« unterzeichnet. Die besagt, dass die USA das Verkehrsmanagement im Weltraum übernehmen werden und zudem den Kampf gegen den Weltraumschrott antreten wird. Denn dieser Weltraumschrott mit den mikroskopisch kleinsten Teilchen ist derzeit das Risiko überhaupt, wenn es um zerstörte Satelliten geht. Trump geht es vor allem darum, die führende Nation im Weltraum zu bleiben. Doch diese vermeintliche Führung ist schon längst Geschichte. Es sind Nationen wie beispielsweise China und Russland, die Ausflüge ins Weltall unternehmen. »Amerika hat als erstes Land ein Motorflugzeug geflogen und war auch das erste Land, das Menschen auf den Mond brachte“, so Trump. »Amerika wird auch das führende Land im Weltraum sein. Wir wollen nicht, dass das China oder Russland wird!«

»Space Force«: Amerikas Kämpfer im Weltraum
Ende Juli 2018 haben die amerikanischen Streitkräfte das Combined Space Operations Center (CSpOC) ins Leben gerufen, um amerikanische Interessen im Weltraum zu schützen. © Foto: Dave Grim/US Air Force

Kampf dem Weltraumschrott

Die erst einmal vorrangigste Aufgabe der der neuen Weltraumtruppe ist es, den Weltraumschrott zu erfassen und die Daten weltweit kostenlos verfügbar zu machen. Momentan sind die NASA, ESA, DLR und das amerikanische Unternehmen Lockheed Martin dabei neue Techniken und Verfahren zu entwickeln, um den für Satelliten und Weltraumstation ISS gleichermaßen gefährlichen Weltraumschrott einzufangen und zu vernichten. Was Trump und seine neuen Space-Kämpfer sonst noch so Vorhaben steht vorerst in den Sternen bzw. Hinter verschlossenen Aktendeckeln. Experten befürchten nichts Gutes. Fest steht jedoch, dass die US-Administration wieder vermehrt Astronauten in den Weltraum bringen möchte. Das gehört einfach zum amerikanischen Selbstverständnis. Seit 2011 ist man nicht mehr in der Lage selbst Astronauten in den Erdorbit zu befördern. Man ist auf russischen Sojus-Raketen angewiesen. Die Nasa kündigte jetzt für April 2019 bemannte Testflüge mit der Dragon-Raumkapsel des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX an. Mitte 2019 sollen ähnliche Testflüge gemeinsam mit Boeing erfolgen. Boeing hat dazu den Raumtransporter CST-100 Starliner entwickelt. Was die Astronauten des Combined Space Operations Center dann im Weltraum machen sollen ist geheime Verschlusssache.

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