Vor 40 Jahren: Erster Smogalarm in Deutschland 




In den 70er- und 80er-Jahren war die Thematik Smog in aller Munde. Damit sie nicht auch in aller Lungen kommt, stellte die Landesregierung von NRW bereits 1962 nach Londoner Vorbild einen Alarmplan auf. Und der griff am 17. Januar 1979. Eine Kälteglocke über dem Ruhrgebiet dafür, dass die Stickoxidwerte in die Höhe schnellten. Smogalarm der Stufe I wurde ausgerufen. 1985 folgt dann Stufe III, inklusive eines absoluten Fahrverbots im Ruhrgebiet. Vor 40 Jahren: Erster Smogalarm in Deutschland.

Vor 40 Jahren: Erster Smogalarm in Deutschland

Am 17. Januar 1979 um 9.45 Uhr machte es der WDR amtlich – der Sender unterbricht das aktuelle Radioprogramm, und zwar mit einer Durchsage für die Bewohner des Ruhrgebietes. Smog-Alarm! Im Ruhrgebiet haben die Messstationen mehr als drei Stunden registriert, dass die Obergrenze von maximal 0,8 Milligramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter Luft überschritten wurde. Der Schwellenwert für das giftige Gas wurde bereits 1974 in einer Verordnung definiert. NRW-Arbeits- und Gesundheitsminister Friedhelm Farthmann (SPD) löste den »Smog-Alarm der Stufe Eins« aus. Für viele Menschen etwas völlig Neues, die mit der Begrifflichkeit an sich schon relativ wenig anfangen konnten. Der WDR informiert, dass die Bevölkerung von nun an alles zu unterlassen habe, was die Luft noch weiter verschmutzen würde. Zudem wurden Menschen mit Herz- und Atmungsproblemen gewarnt, sich längere Zeit im freien aufzuhalten.

Vor 40 Jahren: Erster Smogalarm in Deutschland

Schuld am Smog war neben der Schwerindustrie des Ruhrgebietes eine besondere Wetterlage – die sogenannte Inversions-Wetterlage. Die besagt nichts anderes, als dass sich eine Warmluftschicht über eine Kaltluftschicht schiebt. Die kältere Luft bleibt am Boden und die Abgase, die sonst in höhere Luftregionen entweichen können, kleben am Boden – quasi wie unter eine Käseglocke. Die Situation dauerte seinerzeit nicht sehr lange an: Nach knapp zehn Stunden setzte leichter Wind ein, der Bewegung in die Luftschichten brachte und die Inversions-Wetterlage beseitigte. Der Smog-Alarm wurde gegen 19.30 Uhr aufgehoben.

Smog-Alarm Stufe III 1985

Wesentlich dramatischer ist die Lage nur sechs Jahre später. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schadstoffbelastung sehr viel höher als 1979. Und wieder wird Smog-Alarm ausgelöst, und zwar am Abend des 18. Januar 1985 durch das NRW-Gesundheitsministerium. Smog-Alarm der Stufe III!. In den Metropolen des Ruhrgebiets gilt von nun ab ein Fahrverbot. Industriebetriebe dürfen lediglich schwefelarme Brennstoffe benutzen. Sämtliche Schulen sind geschlossen. Heutzutage hat sich die Lage, was diese Art der Luftverschmutzung betrifft entspannt bzw. geändert. »In den letzten Jahrzehnten konnte der Schadstoffausstoß bei uns deutlich vermindert werden«, sagt Prof. Andreas Wahner am Forschungszentrum Jülich. »Die örtlichen Maximalkonzentrationen von Ozon im Sommer und Schwefeldioxid im Winter sind deshalb deutlich gesunken.« Und genau dies ist auch der Grund, warum es in Deutschland keine Smog-Alarme mehr gibt. Zudem geht die Schwerindustrie immer weiter zurück und Autos sind heutzutage sehr viel schadstoffärmer als zu jener Zeit. Dadurch wird die Luft immer besser – zumindest im Winter. Denn: Smog gibt es immer noch, heutzutage jedoch eher im Sommer mit hohen Ozon-Werten.

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