Vor 65 Jahren: Duisburg führt die ersten Parkuhren Deutschlands ein




Am 4. Januar 1954 machte eine Zeitungsmeldung Schlagzeilen: »Parkographen verhindern Dauerparken«. In Duisburg wurden Deutschlands erste Parkuhren eingeführt. Die Geräte wurden aus der Schweiz importiert, um die innerstädtische Parksituation zu regulieren. Eine Stunde Parken kostete damals zehn Pfennig. Die Erlöse aus den Parkuhren wollte man, so kündigte die Stadt an, gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen. Vor 65 Jahren: Duisburg führt die ersten Parkuhren Deutschlands ein.

Vor 65 Jahren: Duisburg führt die ersten Parkuhren Deutschlands ein

Die Idee einer Parkuhr kam ursprünglich aus den USA. Ihr Erfinder Carlton Cole Magee war von seinem »Park-o-meter« mächtig begeistert: »Dieser Apparat behandelt alle gleich. Die Leute werden es lieben«. Doch da irrte der gute Mann. Am 16. Juli 1935 wurden die einfachen Stahlsäulen erstmals in Oklahoma City aufgestellt. Viele Amerikaner waren empört über das Bezahlen eines Platzes für das geliebte Auto. Zudem empfand man den Parktarif als unverschämt – ein Nickel (fünf Cent) für 15 Minuten. Das war für die damals schon autovernarrten Amerikaner eindeutig zu viel.

Vor 65 Jahren: Duisburg führt die ersten Parkuhren Deutschlands ein

Trotz der schlechten Stimmung gegenüber der Parkuhr trat sie ihren weltweiten Siegeszug an, und zwar ziemlich schnell. Es begann die Ära der Parkraumbewirtschaftung. Und die Notwendigkeit einer geregelten Parkplatzsituation war schon damals gegeben. In Oklahoma City beispielsweise verstopften schon zu jener Zeit die Autos die Innenstadt. Viele Ladenbesitzer beschwerten sich, dass die Blechlawine die Kundenströme in ihre Geschäfte massiv behinderte. Die Parkuhr entwickelte sich für Magee zum Renner. Er meldete seine Erfindung am 13. Mai 1935 zum Patent an, das ihm 1938 erteilt wurde. In nur wenigen Jahren produzierte man Parkuhren am Fließband und schon bald wurde die Millionengrenze in den USA erreicht. Die öffentlichen Kassen glühten rot ob der Einnahmen aus den Parkuhren.

Auch in Deutschland ein Erfolgskonzept

Anfang der 50er-Jahre schaffte es die Parkuhr auch über den Atlantik nach Deutschland. Hersteller wie Kienzle Apparate GmbH, Roberto Ehrismann AG oder die Deutsche Parkometer GmbH witterten ein Millionengeschäft und begannen nun ebenfalls Parkuhren herzustellen. Duisberg war die erste Stadt Deutschlands, die Parkuhren aufstellte. Am 4. Januar 1954 war es soweit, als man insgesamt 20 »Parkographen« an einer stark befahrenen Straße der Innenstadt aufstellte, und zwar »Am Buchenbaum«. Nach Basel und Stockholm war Duisburg die dritte Stadt Europas, die Parkuhren einführte. In Duisburg musste der Autofahrer für eine halbe Stunde Parkzeit zehn Pfennige im Automaten versenken. Die Münze wurde geschluckt, man zog die Parkuhr auf und die Zeit begann abzulaufen. Der Erlös aus den Parkuhren sollte gemeinnützigen Zwecken zugutekommen. Für eine Parkuhr musste die Stadt seinerzeit 400 Mark bezahlen. Viele weitere Städte Deutschlands zogen nach und pflasterten die Städte mit Parkuhren zu. Der Boom war in 70-er Jahren. Von da an ging es jedoch wieder bergab. Nicht etwa, dass die Parkplätze wieder abgeschafft wurden, sondern um die Bewirtschaftung zu modernisieren. Ab 1995 ersetzten die Städte die Parkuhren durch Parkscheinautomaten.

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