Vor 90 Jahren: Geburtstag von »Tim und Struppi«




Am 10. Januar 1929 erlebt der wohl berühmteste Reporter der Welt in der katholischen Zeitung »Le Vingtième« sein erstes Abenteuer. Es trägt den Titel »Tim und Struppi im Land der Sowjets«. Gezeichnet und entworfen wurde der Comic von dem erst 21-jährigen Belgier Georges Rémi – Künstlername Hergé. Bis heute gilt Hergé als maßgebend für die Entwicklung des Comics. Ganze Generationen von Zeichnern orientierten sich an dem Megatalent und tun dies bis heute. Vor 90 Jahren: Geburtstag von »Tim und Struppi«.

Vor 90 Jahren: Geburtstag von »Tim und Struppi«

Die ersten Geschichten um Tim und seinen treuen Hund stehen noch ganz unter dem Einfluss eines kolonial-konservativen Weltbildes. Die Sowjets sind durchweg böse, die Einwohner des Kongos durchweg dumm. Mit der Zeit aber emanzipieren sich Autor und Helden und entdecken rund um den Globus faszinierende Kulturen und politisches Unrecht. Tintin und Milou – so die Originalnamen – werden in 60 Sprachen übersetzt und erreichen bis heute eine Auflage von über 200 Millionen Exemplaren. In insgesamt 23 Bänden erkundet Tim und sein tierischer Begleiter nicht nur den gesamten Globus: Unbeeindruckt von der Weltpolitik besucht er mit seinem Foxterrier, der später zunehmend pudeleske Züge annimmt, Tibet, die Wüste und sogar den Mond.

Vor 90 Jahren: Geburtstag von »Tim und Struppi«

Hergé, mit bürgerlichem Namen Georges Rémi, wurde 1907 in Etterbeek bei Brüssel geboren. Seine erste Zeichnung veröffentlichte der begabte Zeichner bereits 1921 in der Zeitschrift »Jamais assez«. In den darauffolgenden Jahren illustrierte das junge Talent vor allem für belgische Pfadfinder-Zeitschriften. 1924 begann Hergé seine erste Bildergeschichte für »Les Aventures de Totor« zu zeichnen. Dabei bediente er sich bereits formsprachlicher Elemente US-amerikanischer Zeitungs-Strips. Es tauchten beispielsweise zunehmend Sprechblasen auf. Der Durchbruch jedoch kam 10. Januar 1929. In »Le Petit Vingtiéme« wurde die erste Folge seiner Erfolgsserie »Tim und Struppi« abgedruckt. Sie trug den Titel »Tintin, Reporter du Petit Vingtiéme, au Pays de Soviets«. Die Popularität von Tim und Struppi stieg explosionsartig an. Ab 1930 wurden die Abenteuer des Reporters und seines Foxterriers bereits jeweils nach Beendigung des Vorabdrucks im Magazin als Album herausgegeben. 1940 erhielt Hergé das Angebot, »Tim und Struppi« für »Le Soir« weiterzuzeichnen. Am 17. Oktober desselben Jahres erschien die erste Folge mit dem Titel »Die Krabbe mit den goldenen Scheren« in der auflagenstarken katholisch-konservativen Tageszeitung. Hergé starb 1983. In seinem Testament hatte Hergé verfügt, dass »Tim und Struppi« von keinem anderen Zeichner weitergeführt werden dürfe. Eine letzte, vor seinem Tod nicht mehr fertig gestellte Geschichte mit dem Titel »Tim und die Alpha-Kunst« wurde 1986 als Fragment veröffentlicht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Carlsen Verlages.

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