Warum klingt Weihnachtsmusik eigentlich nach Weihnachten?




Die einen lieben sie, die anderen hassen sie – Weihnachtsmusik! Pünktlich zur Adventszeit dröhnen Heerscharen diverser Weihnachtshits der letzten Jahrzehnte mal mehr, mal weniger qualitativ hochwertig aus den Lautsprechern in Supermärkten, Boutiquen und Einkaufsstraßen unserer Städte – vom Radio einmal ganz zu schweigen. Doch warum klingt Weihnachtsmusik eigentlich nach Weihnachten? Hört man ein Weihnachtslied, auch wenn es unbekannt ist, weiß man instinktiv, dass es sich um einen Weihnachtssong handelt. Wieso ist das so?

Warum klingt Weihnachtsmusik eigentlich nach Weihnachten?

Und natürlich spielt mal wieder die Psychologie eine sehr große Rolle. Das Weihnachtsfest ist eines der wenigen Feste des Jahres, das hochemotional und mit jeder Menge Sinnesreize verbunden ist. Jeder kennt den Duft von Lebkuchen, selbstgebackenen Plätzchen, den Geschmack von Süßigkeiten und ja, auch den Klang von Weihnachtsliedern (auch wenn man das so manches Mal gern abstellen würde). Jahr für Jahr ist man diesem Spektakel der Sinne ausgesetzt, so dass der Mensch schon frühzeitig beginnt, diese Erlebnisse mit Weihnachten zu verbinden. Man entwickelt quasi ein Gespür für Weihnachten.

Warum klingt Weihnachtsmusik eigentlich nach Weihnachten?

Für eine weitere Erklärung muss Pawlows Hund herhalten. Iwan Pawlow läutete jedes Mal eine Glocke, wenn er seinen Hund fütterte. Irgendwann war der Hund so konditioniert, dass er nur den Klang der Glocke zu hören brauchte, um mit Sabbern anzufangen (der Vorfreude auf das Futter). Tja, und zur Weihnachtszeit ist der Mensch der Hund und die Glocke ist die Weihnachtsmusik. Schon seit frühester Kindheit haben wir Menschen den Klang von Weihnachtsliedern verinnerlicht – egal ob es sich dabei um »Jingle Bells«, »White Christmas«, »Oh, du Fröhliche« oder was auch immer handelt. Zudem nimmt der Klang dieser Lieder einen ganz besonderen Platz in unserem Gedächtnis ein, und zwar wegen des Alters, in dem wir waren, als die Lieder zum ersten Mal von uns wahrgenommen worden. Die Kindheit! Die meisten Menschen blicken mit positiven Gefühlen auf ihre Kindheit zurück. Sie nimmt einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen ein. Das Phänomen nennt man »Reminiszenzschwelle« – die Erinnerung an Feiertage der Kindheit und Jugend – und die dazu passende Musik bzw. den Klang der Musik.

Der Klang und die Erinnerungen sind der Schlüssel

Es ist vor allem der Klang, der uns unbewusst im Gehirn haften bleibt. Weihnachtsmusik besteht meist aus Kirchenglocken, Fanfaren, orchestralen Elementen und hohen Instrumenten, die beispielsweise den Sound von Schlittenglocken nachahmen. Glockenspiele wecken bei uns Menschen den Gedanken an Schneefall oder Kinderspielzeug. Und sobald wir heutzutage derlei Klänge hören, müssen wir instinktiv an Weihnachten denken und an all die schönen und teilweise sehr verklärten Erinnerungen an die schönste Zeit des Jahres für uns ehemalige Kinder. Komponisten neuerer Weihnachtslieder nutzen genau diese Elemente, damit wir uns beim Anhören der Lieder wohl fühlen und in angenehmen Erinnerungen schwelgen. 

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